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Auf zum letzten Gefecht
Irgendwann so mit 19 habe ich das größte Lob ausgesprochen bekommen, das man mir zu dieser Zeit überhaupt machen konnte. Mit der schwarzen BaseCap (mit der ich damals ab und an rumlief) sähe ich nämlich aus wie Olli von Such A Surge. Keine Ahnung, warum, denn große Ähnlichkeit - außer das wir beide eine Kappe trugen, wie 500.000 Andere auch - war damals und ist bis heute nicht zu erkennen. Aber in dem Moment hab ichs gerne angenommen. Ich glaub, ich war direkt 10 Zentimeter größer.
Story Bild Das spiegelt ganz gut den irren Einfluss von Such A Surge auf mein Erwachsen werden in der Mitte der 90er wider. Die Band lieferte den perfekten Soundtrack zum Versuch, den schmalen Grat zwischen Jugendsubkultur und eigenem Weg finden möglichst unbeschadet zu überqueren. Individualität predigen in Endlosschleife, dazu ein damals neuer und elektrisierender Sound, der heute unter "Crossover" im Lexikon steht und damals innerhalb weniger Sekunden einen Partykeller in ein mit Glasscherben übersäten Vorhof der Hölle verwandeln konnte. Das war das Rezept, das gegen restlos alles half. Schule, Eltern, Frust, die Welt im allgemeinen. HipHop steckte in den Kinderschuhen, Metal bedeutete tuntige Langhaarfrisuren zu schütteln, aber zusammen ergab sich auf einmal eine aggressive Mischung, quasi der Molotow-Cocktail der deutschen Charts. Und vorneweg die Band aus Braunschweig, deren Aufforderung "Gegen den Strom" zu schwimmen auf äußerst fruchtbaren Boden fiel. Es war die Zeit von Crossing All Over, von Dog Eat Dog, Bodycount, dem Judgement Night-Sampler, von StageDiving ohne Gräben und Absperrungen. Bier draussen vor der Dorf-Disko saufen und erst reingehen, wenn der DJ mit "Killing In The Name Of" die harte Runde rückwärts einläutete.
Zum Opener "Ideale", als endlich die zweite CD von Surge erschien, hätte ich von Null auf 100 problemlos irgendwas zertreten können. Die Power ging direkt aus den Boxen mitten ins Hirn. Wahnsinn. Das hat mich im wahrsten Sinne des Wortes geprägt. Und wenn man die Gästebucheinträge auf www.surge.de im Vorfeld der jetzt anstehenden Abschiedstournee liest, dann gilt das für eine ganze Menge anderer Fans ebenso.
Ich werde also nicht der einzige sein, der in den nächsten Wochen seine verwirrensten und gleichzeitig schönsten Jahre noch einmal aufleben lässt und gleichzeitig zu Grabe trägt. Und - wie früher - mit geballter Faust sich selbst und der ganzen feindlichen Umwelt da draussen lautstark versichert: "I'm real". Mal nachgucken, wo die schwarze BaseCap hin ist...

Die Abschieds-Tour:

26.01.2006 Köln - Underground
27.01.2006 Bielefeld - JZ Kamp
28.01.2006 Chemnitz - AJZ
29.01.2006 Würzburg - AKW
30.01.2006 Nürnberg - Hirsch
01.02.2006 A-Wien - Planet Music
02.02.2006 A-Graz - Orpheum
03.02.2006 A-Traun - Spinnerei
04.02.2006 A-Dornbirn - Conrad Sohm
06.02.2006 Frankfurt-Batschkapp
08.02.2006 Stuttgart-Röhre
09.02.2006 Saarbrücken-Garage
10.02.2006 CH-Solothurn - Kofmehl
11.02.2006 CH-Zürich - Dynamo
15.02.2006 Hamburg - Grünspan
16.02.2006 Berlin - SO36
17.02.2006 Jena - Kassablanca
18.02.2006 München - Backstage
23.02.2006 Braunschweig - Jolly Joker

meyer@punch-fanzine.de
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Externe Links:
Such A Surge Online:
www.suchasurge.de
Interne Links:

CD Review:
Such A Surge: "Rotlicht"
Interview:
Such A Surge: 19.03.2003
Live Review:
Such A Surge: Köln, Prime Club 27.03.2003
Live Review:
Such A Surge: Düsseldorf, Zakk März 2005
Live Review:
Such A Surge: Köln, Underground 26.01.2006