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"Have yourself a merry music
christmas" |
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Freitag, 21.November: In nahezu
allen Städten der Republik öffnen die Weihnachtsmärkte ihre
Pforten. Neben sämtlichen Leckereien, Hochprozentigem und Handgemachtem
ist das Eine stets gegenwärtig: die Weihnachtsmusik. Der eine Händler
bevorzugt die klassischen Weihnachtslieder, der andere amerikanische Weihnachtssongs
a la Rosie O’Donnel oder Frank Sinatra. Wiederums andere fühlen
sich einem Trend verbunden, der 1991 mit der ersten „Rock Christmas“-
Platte seinen Ursprung fand: die moderne Interpretation von Weihnachtsliedern
oder Popstars veröffentlichen Liedern in besinnlicher Stimmung eigens
für das Fest der Liebe komponiert. Grund genug für das Punch
Fanzine den Plattenmarkt zu sondieren und außer den allseits bekannten
Produkten, weil in sämtlichen CD-Abteilungen im Überfluss vorhanden,
einige interessante Silberlinge vorzustellen. Einige davon wird man, welch
Jammer, nur noch in Second- Hand -Läden finden. |
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Die Fantastischen Vier-Frohes Fest: „An alle, dieseits und jenseits
der Grenzen, in Nord und Süd, in Ost und West, wir grüßen
Euch und wünschen Euch ein gesegnetes Weihnachtsfest…“-Die
Viere aus Stuttgart dürfen in vielerlei Hinsicht als Pioniere angesehen
werden. 1991 bereits, als die Republik noch der Veröffentlichung von
Songs wie „Die Da“, „Tag am Meer“ oder „Krieger“ entgegenfieberte,
warfen sie mit „Frohes Fest“ eine hochbrisante Single auf den
Markt. Nicht nur, dass der Titelsong an lyricher Schärfe und Anrüchigem
genug zu bieten hatte, die B-Seite „Eins und Eins“ sorgte dafür,
dass Deutschlands Sittenwächter das gute Stück auf den Index verbannten
und es fort an erst ab 18 erhältlich war. Die Aktion erwies sich jedoch
als Boomerang, denn statt der Verbannung aus den Köpfen der Jugend,
widmete die sich der Single mit höchstem Interesse und brachte ihr den
bis heute erhaltenen „Kult-Status“. In gut sortierten Plattenläden
steht sie derzeit wieder in den Regalen, der Altersschutz hat sich bis heute
nicht geändert.
Diverse- Rock Christmas: Diese Platte kennt heute nahezu
jeder und 14 weitere folgen lassen eine rege Nachfrage erahnen. Die erste
Platte, heute
wenn überhaupt noch in Second Hand-Läden zu erstehen, bietet
einen bunten Strauß Allerlei. Von Jona Lewis „Stop the Cavalary“, über
Elton John’s „Cold As Christmas“ und Wham’s Dauerbrenner „Last
Christmas“ bis hin zum derzeit von den TV Allstars neu aufgelegten
und im Original von Band Aid dargebotenen „Do They Know It’s
Christmas Time“. Desweiteren vertreten: Albert Hammond ( „Under
The Christmas Tree“, Yeah, großes Kino), Chris Rea („Drivin’ Home
For Christmas”) und die legendären Slade mit ihrem Gossenhauer „Merry
X-Mas Everybody”. Von ersten bis zum letzten Track hörenswert.
In den weiteren Auskopplungen dieses Formats sucht man solche Qualität
vergebens.
Diverse-
Just Say Noel: Eine sehr rare Platte aus
dem Jahr 1996. Enthalten sind großartige Bands wie The Roots, Sonic Youth, The Posies oder
Elastica. Letztere Beiden existieren meines Wissens schon nicht mehr und
um Sonic Youth ist es auch seit längerer Zeit bedenklich ruhig geworden.
Seiner Zeit fanden Sonic Youth-Frontmann Thurston Moore mit Ehefrau und
Bassistin Kim Gordon sowie Lee Ronaldo, Zeit und Muse, um mit „Santa
Doesn’t Cop Out On Dope“ einen gewagten, weil noisigen und
schrillen Song dem Sampler beizusteuern. Das hat dann mit den eingängigen,
harmonischen Melodien des Genres eher wenig zu tun, ist aber ganz witzig
mitanzuhören. Ähnlich schwierig und dennoch witzig gestaltet
sich Beck’s Version vom „Little Drummer Boy“. In gewohnter
Manier und ohne Vorsicht zu genießen sind Aimee Mann & Michael
Penns „Christmastime“ sowie The Posies mit „Christmas“ und
Elastica mit „Gloria“. Freunden alternativer, noisiger Weihnachtsmusik
empfiehlt sich dieser Silberling. Den Interessenten empfehlen wir den Gang
in den Second Hand-Shop, denn im freien Handel ist er nicht mehr erhältlich.
Diverse-
A Very Special Christmas: 1987 begann die erfolgreichste, weil internationale
Weihnachts- Sampler- Reihe. Traditionelle Lieder sind hier
tabu. Es finden sich außschließlich Pop- und bei den späteren
Auskopplungen auch Rockgrößen auf den bis heute erschienen 6
Samplern ein. So The Pointer Sisters mit „Santa Claus Is Coming To
Town“, The Pretenders mit „Have Yourself A Merry Christmas“ (allle
Vol.1), The Smashing Pumpkins “Christmastime”, das punkige “Oi
To The World” von No Doubt oder pathetischer Rock: Chris Cornell
und Eleven mit “Ave Maria”. Sogar Hip Hop de premier qualite
ist enthalten: Rev Run & The Christmas All Stars schmettern “Santa
Baby”. Dahinter verbergen sich die Szenegrößen Mase, Puff
Daddy, Snoop Doggy Dog, Salt ‘N’ Pepa, Onyx und Keith Murray.
(Alle Vol.3) Auf der fünften Auskopplung gibt es dann mit Dido sogar
top aktuelle Popware. Enttäuschend ist jedoch, dass in neuester Zeit
kaum neue Songs auftauchen, sondern nahezu ausschließlich Interpretationen
der klassischen Songs auftauchen. Innovativ ist anders. Besonders
empfehlenswert: Vol.1 und Vo.3.
Diverse-
Sounds Of Christmas: Was habe ich mich aufgeregt als der weltweit bekannteste Burger-Fertiger
mit dem gelben M solch unterpriviligierte,
stil- und niveaulose Compilations wie „Rock Classics“ oder „Chart-Express“ über
die Theke schmiss. Die waren richtig gruselig. Bei diesem Werk, das gleich
als Doppel CD daherkommt verhält sich die ganze Sache anders. Der
Sampler ist zweigeteilt: Bei CD 1 ist „Christmas Pop-Stars“ das
Motto. Enthalten sind unter anderem TLC „Sleigh Ride“, N’Sync „The
First Noel“ oder Frankie Goes To Hollywood „The Power Of Love“.
Bei CD 2 ist “Christmas Classics” die Devise was die großen
Klassiker wie “Jingle Bells”, hier von Glenn Miller, “Winter
Wonderland” von Elvis Presley oder Eartha Kitt mit “Santa Baby“ beinhaltet. Über
die Buletten der Kette kann man streiten, über dieses Album nicht.
Für den Preis von drei Big Mäcs war es 2002 erhältlich und
mehr solltet ihr im Second Hand.-Laden auch nicht zahlen. Mit ein bisserl
Glück gibt’s in diesem Jahr zum fettigen Speck-Burger diesen
Silberling erneut; Wunder gibt es immer wieder.
Bob Rivers-
White Trash Christmas: Was Bob Rivers und Ben Karlstrom hier der Menschheit
präsentieren und im letzten Jahr in die CD-Regale gebracht
haben, darf getrost als Frechheit verschrien werden, aber nur im positiven
Sinne. Aktuelle Themen wie der Al Quaida-Terror (Osama Got Run Over By
A Reindeer) oder die Diskussion um Rap-Star Eminem (What If Eminem Did
Jingle Bells) werden hier genauso auf die Schippe genommen wie die traditionellen
Weihnachtslieder, die bei „Have Yourself An Ozzy Little Christmas“ in
Anspielung auf die Osbourne-Family gerne schon mal abgeändert werden.
Die Komiker beherrschen ihr Handwerk und performen auf hohem Niveau. Man
kann ihnen deshalb auch kaum böse sein, sondern einfach nur Früchtetee
schlürfen, Lebkuchen fressen und mit einem Lächeln auf den Lippen
die etwas andere Art der Weihnachtsmusik genießen. Provokativ wird
es höchstens bei „Merry Christmas Allah“, aber Rivers
und Karlstrom dürfen diese politisch unbedingt nicht korrekte Art
und Weise in einer für diese Thematik höchst brisanten Zeit darbieten.
Wer bei diesem Album böses denkt, der nicht die eigentliche Intention
der Künstler kennt. Wer ein penetranter Weihnachtshasser ist, wem
speiübel dabei wird den 75.selbstgestrikten Schal von Oma geschenkt
zu bekommen und wen es bei den ersten Takten von „Alle Jahre Wieder“ vom
Festmahl zur Fast Food-Bude treibt, dem sei diese Platte empfohlen. Von
mir gibt’s volle Punktzahl!
Wie bei vielen anderen Geschichten war es auch in diesem Fall
unmöglich einen nur annähernd repräsentativen Überblick über
das mittlerweile mannigfaltige Angebot an CD’s zum Spektrum Weihnachtsmusik
zu geben. Vielmehr hoffen wir in einigen Haushalten den Burgfrieden
wieder herstellen zu können, in dem wir Einblicke in bisher verborgene
aber doch festliche Klänge geben konnten und einigen ewigen Rebellen
offenbart haben, dass Weihnachtsmusik nicht zwingend mit Blockflöte
und Tri-Angel verbunden sein muss. Musik ist universell und die Weihnachtsmusik
ist es
auch. So Welt finde heraus welche Musik Dir zum Fest gefällt. Dann
kann ja eigentlich nix mehr schief gehen. „Merry X-Mas and a happy
new year ” wünscht das Punch Fanzine.
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