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22.02.2004 Scissor Sisters Berlin, Mudd Club
mit: n/a
Live Bild Bedingungslose Pose. Das Kastratenschiff hisst Flagge. Geil sein mit Tanzbein. Diese oder ähnliche Untertitel wären nur treffend, denn die Scissor Sisters spielten auf und liessen buchstäblich den Funk von der Decke tropfen! Heraus kam weissgott kein filigraner, eher ein mit schwitzigen Händen geschnippelter Scherenschnitt durch die Historie des Discopop, bei dem am Ende ein schillerndes Bastelwerk im neuen Gewand erstrahlte. Das kurze aber ekstatisch leistungsstarke Set war eine bunte Mischung aus purer Energie, dem rauhen Slang von New York, lässigem Street Soul und Schwulenporno! Mit nackten, verschwitzten Oberkörpern, den sich perfekt ergänzenden Stimmen von Hauptsänger und Sängerin und nicht zuletzt durch ihre zauberhaften Clubhymnen hatten sie zweifellos jede Person im Laden unter ihrer Kontrolle. Letztlich sollte man sich nicht täuschen lassen von ihrer aktuellen Radio-Hitsingle „Comfortably Numb“, denn ihr Oeuvre bewies sich bedeutend vielschichtiger als das bloße Zitieren von BeeGees-Kieksern und den gerade ach-so-retro trendigen 80er-Dance Sounds. Eben noch klingen sie wie die Village People, dann plötzlich wie Outkast gefolgt von einem schwülstigen Falsett à la Prince, wie es Beck ja vor ein paar Jahren mit seinem „Midnite Vultures“-Album wieder salonfähig gemacht hatte. Die musikalischen Anleihen kommen von überall, es wird sich großzügig bedient, gegrapscht, links überholt, mit grellem Lidschatten versehen und wieder neu vermischt. Völlig „post-everything“ sagen sie selbst zu ihrem Stil. Erfrischend anders und sexy sagen wir!

davo
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Externe Links:
Scissor Sisters Website:
www.scissorsisters.com