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14.08.2003 Siobhan Donaghy Köln, Kleiner Sendesaal des WDR
Live Bild Es war einmal ein kleines Sugababe, dass uns so zuckersüße Pop-Perlen wie „Overload“ oder „Run For Cover“ bescherte. Doch dann wurde das Mädchen größer, wollte nicht mehr süß sein und kehrte ihren Kolleginnen den Rücken. Sie nahm eine eigene Platte mit der vortrefflichen Single „Overrated“ auf. Geändert hat sich nicht viel, Siobhan Donaghy macht immer noch sehr bekömmliche Popmusik und durfte deshalb am Freitag beim Branchenprimus Eins Live ein Radiokonzert geben. Mit im Gepäck eine fünfköpfige Band (das gab’s bei den Sugababes nicht). Ungefähr 100 durften sich glücklich schätzen und dem Radiokonzert beiwohnen - sie hatten Karten beim Radiosender gewonnen. Ein Radiokonzert ist aufregend. Erstmal gibt es wahrscheinlich fünf Mal so viele Mikrofone wie bei einem gewöhnlichem Konzert. Der kleine Sendesaal des WDR ist ansonsten sehr ehrfürchtig im 70er Jahre Stil mit Holz getäfelt - schlimmer geht immer. Ändert aber nichts an der Faszination, die von diesem kleinen Saal, der an diesem Abend mit einem Haufen Technik voll gestopft ist, ausgeht. „21 Uhr, Eins Live, die Infos“ dröhnt es aus den Boxen. Aha, der geschulte Eins Live-Hörer weiß, dass es jetzt nur noch drei Minuten dauert, bis Ingo Schmoll (kann sich jmd. noch an Formel Eins aufm ZDF erinnern?), der so wirkt, als wenn er mindestens so viel wie Michel Friedman und Christoph Daum zusammen gekokst hat, die Bühne betritt. Wenn der normale Besucher, der eigentlich nur ein Konzert erleben will, diese Strapazen alle überstanden hat, kann das Konzert beginnen. Das Album vom Ex-Sugababe kommt erst im September. Das Material ist überwiegend unbekannt. In den meisten Fällen handelte es sich um bessere Popmusik, manchmal verlor sich die Band in bluesigen Tönen. Zur Mitte des Konzerts gab’s die bekannte Single „Overrated“. Außerdem wurde noch ein Weihnachtslied geboten. Abschließend wurde richtig gerockt, mit allen erdenklichem Noise- Schweinereien. Ein Abend, den unterm Strich niemand bedauerte, aber auch niemanden wirklich beeindruckte. Siobhan Donaghy musste einsehen, dass der Weg zum Rockstar noch ein langer ist. Die Engländerin wirkte sehr steif und kühl. Sie gab später zu Protokoll, sehr nervös gewesen zu sein. Die Kommunikation mit dem Publikum ging völlig in die Hose, denn die wenigen Sätze, die sie raus brachte, gingen im Beifall unter. An der Performance muss unser Ex-Sugababe noch arbeiten, die besten musikalischen Voraussetzungen bringt sie aber mit, um in selbige Region wie ihre ehemalige Band aufzusteigen.

tobi.hinkes@punch-fanzine.de
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Externe Links:
Siobhan Donaghy Online:
www.siobhandonaghy.com