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16.08.2003 1Live Bühneim
Media Park |
Köln, Ringfest |  |
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mit: Klee, Beginner, Virginia
Jetzt, Wir sind Helden |
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„Das erste Mal - draußen“ verlautete vom Veranstalter
1 Live. Das erste Mal präsentierte 1 Live im Media Park und das erste
Mal nur einen Tag. Na, haut hier auch schon die Krise durch?
Mangelt’ s
an Kohle? Es war aber wahrscheinlich die richtige Entscheidung
auf den „Bum
Bum - Bingo Bongo - Zwei Hit Wunder“-Samstag zu verzichten. Als hippe
Berichterstatter stiegen wir erst bei Klee ins Geschehen
ein. Angelika Express, Frank Popp Ensemble und Astra Kid
blieben auf der Strecke, sorry. 17.30
Uhr Aufschlag, Klee sollten zwar eigentlich schon früher dran sein,
macht aber nix. Die Mannen um Sängerin Suzie Kerstgens boten solide
Kost. Die Singles „Erinner Dich“ und „Lichtstrahl“ gehen
immer noch direkt ins Ohr, der Rest fiel irgendwie nicht
auf. Aus den Jungs hätte was werden können, aber wer bei der Saisoneröffnung
von Borussia Mönchengladbach auf der Bühne rockt, verfehlt wahrscheinlich
sein Publikum. Schnell weiter: 18:45 h Auftritt Beginner
oder Pre-Listening Party zum neuen Album, die x-te. Lange
hatte man mehr solo als gemeinsam
von den Hamburger Jungs gehört. Alle haben sie solo released, jetzt
endlich wieder united, um das Haus zu rocken. Das können sie gut, sie
haben nix verlernt und ihre Texte treffen immer noch gezielt
ins Schwarze, böse wie eh und je. Eißfeldt und Denyo hatten den
Media Park im Griff und 18000 gingen mit wie nie wieder an
diesem Abend. Es war eine
geschickte Mischung aus alten Hits vom Meilenstein „Bambule“ (Hammerhart,
Füchse, Rock On, Liebeslied) und dem neuen Epos (Fäule, Schiss),
das leider erst im September erhältlich ist. Doch der erste Eindruck
des neuen Materials war positiv. Es hieß: Back to the roots, was meint:
wieder mehr Bass und Rap! Die Rechnung ging auf, die Stimmung
war bestens, das Haus rockte! Viele schienen eigens wegen
den Hamburgern gekommen zu
sein, denn nach den letzten Takten wurde das Publikum lichter
bzw. dezimierte sich um nahezu die Hälfte.
Nach den Beginnern die viel gepriesene deutsche Rock-Hoffnung
Virginia Jetzt (sogar von der Süddeutschen gefeatured). Fataler Fehler
direkt zu Beginn die erste Single „Von guten Eltern“ zu setzen.
Denn noch schlimmer als bei Klee, stellt die erste Single den einzigen Hit
mit Wiedererkennungswert dar. Der Rest erging irgendwie im Einheitsbrei.
Showtechnisch kann man auch nicht viel reißen, wenn man an sein Mikro
und sein Instrument gekettet ist. Sorry Jungs, ein Satz mit X das war wohl
nix. Im Anschluss dann, der hippeste deutsche Act derzeit: Wir sind Helden.
Die Helden kommen aus Berlin, stehen mit ihrer Platte „Die Reklamation“ auf
Platz 5 der Albumcharts und durften bereits bei Harald Schmidt Geistreiches
zum Besten geben. Bevor sie bei der Plattenfirma „Labels“ (Röyksopp,
Goldfrapp) anheuerten, lief ihre Single „Guten Tag“ in sämtlichen
Radio-Stationen rauf und runter. Eins Live zählte zu den ersten. Da
war es Ehrensache, dass man beim Ringfest die Einladung des Branchenprimus
annahm. Wir sind Helden mit ihrer smarten Frontfrau Judith Holofernes boten
einen guten Set und die Berliner haben immer noch nichts von ihrem Charme
verloren. Songs wie „Guten Tag“, „Wir müssen nur
wollen“ oder „Aurelie“ stechen aus dem Album heraus und
wussten auch live zu gefallen. Ersterer musste gar ein weiteres Mal als
Zugabe hinhalten. Doch genau darin besteht das Problem der Berliner. Mit
einem Album im Rücken kann man der Headliner- Rolle vor 18000 Zuhörern
nicht gerecht werden. Das Album umfasst 12 Songs und die waren bei den Zugaben
nahezu alle verballert. Unterm Strich machte das den Gig der Helden nicht
schlecht, brachte aber die Erkenntnis, dass die Hamburger Hip Hop-Formation
Beginner ein würdigerer Headliner gewesen wären.
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