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03.04.2003 Pulley Bochum, Zwischenfall
mit: Belvedere
Live Bild Die Zeiten ändern sich. Wer heutzutage als Punk was auf sich hält fährt ICE. und dabei begnügt man sich natürlich nicht mit einem stinknormalen Sitzplatz, nein die Edelpunks von heute brauchen da schon ein ganzes Abteil für sich.

So stand ich dann auch auf der holzvertäfelten Toilette des 1. Klasse Wagons des ICE Heinrich Böll auf dem Weg nach Bochum, wo die Californiamelodicskatepunkband Pulley im Rahmen ihrer Europatournee spielten. Da Pulley zu deutsch Flaschenzug heisst lehrte ich schon im Zug mit grossen Zügen einige Flaschen Bier und kam um circa 19 Uhr Ortszeit ohne weitere Zwischenfälle im Zwischenfall in Bochum-Langendreer an.

Hier war alles für die grosse Show bereitet, aber wo waren die Kids? Ganze 100 Zuschauer hatten sich bis Konzertbeginn eingefunden, was doch recht wenig ist für eine Band wie Pulley die unter anderem schon bei der Deconstruction Tour monatelang vor mehreren Tausend gespielt haben. Vielleicht wussten die Fans ja das der Sound im verwinkelten Zwischenfall nicht der beste ist, denn der Soundbrei der auf die trotzdem kompromisslos pogenden und stagedivenden wenigen Konzertbesucher herabdröhnte war bei der Vorband Belvedere und Pulley selbst schlichtweg schlecht auszuhalten, nur mit Mühe konnte man den Gesang identifizieren. Doch ersteinmal gab es einige weitere Biere im Tourbus, bis dann die Amis von Belvedere die Bühne enterten, und präzise und schnell ihren Punk nach typischer kalifornischer Machart mit Hardcoreeinflüssen dem Publikum um die Ohren hauten. Die waren ziemlich jung, was man ihrer Musik aber auf keinen Fall anmerkte. Auch wenn die Zuschauerkulisse eher an ein Konzert einer X-beliebigen Newcomerlocalband erinnerte, tat die Crowd was zu tun war und ging vom ersten Song an mit.

Das steigerte sich dann natürlich noch ein wenig (soweit das bei dermassen geringen Besucherzahlen möglich war) bei Pulley, die ihr Repertoire angefangen beim Opener "Hooray For Me" über Hits wie "Working Class Whore", "Cashed In" oder "If" professionell herunterspielten. Wer schon immer fand das die Stimme von Ten Foot Pole sich auf dem ersten Album Rev von 1994 irgendwie anders oder besser anhörte, der konnte jetzt hier den damaligen Ten Foot Pole Sänger Scott live bewundern. Auch der Drummer der damals bei Hits wie "My Wall" mitwirkte war mit von der Partie. Sowieso haben sich Pulley ja schon als Band hervorgetan bei der das eine oder andere Mitglied anderer einschlägig bekannter Bands wie Strung Out oder Lagwagon schon mitgewirkt hat.

Eine Zugabe gab´s dann aber nicht mehr, und wir traten unseren Weg nach Hause an, diesmal nicht im ICE sondern in der S1 nach Düsseldorf, die sich auf ihrem Weg viel Zeit liess aber dafür mussten wir auch nicht auf der stinkenden Toilette stehen.


burner@punch-fanzine.de
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Externe Links:
Pulley Website:
www.x-members.com
Interne Links:
Interview:
Pulley: 03.04.2003
Live Review:
NOFX mit Pulley: Köln, Palladium 06.09.2002