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22.05.2004 NOFX |
Köln, Palladium |  |
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mit: Epocies, Swingin'
Utters |
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Dieser Samstag war wirklich beruhigend. Das Paladium wird
ausverkauft von einer Band, die auf jede Form der Werbung abseits des Underground-
und Terminplanermilieus verzichtet. Keine Radiogewinnspiele, keine Hofberichterstattung
in der Lokalpresse, kein massiver Plakateinsatz. Und trotzdem finden knapp
4000 Fans den Weg nach Köln-Mülheim, einfach weil NOFX in der
Stadt sind. Gut eineinhalb Jahre ist es her, dass Fat Mike und Co. an derselben
Stelle zum Massenpogo bewegten. Mit anderen Worten: Es wurde mal wieder
Zeit.
Als Vorband bringt der Labelchef gerne Fat Wreck Chords Beheimatete
mit, was einerseits legitim und andererseits qualitativ meistens gut ist.
Auch diesmal war strategisch alles richtig gemacht worden. Als Neuzugang
auf dem Label fungierten die Epoxies als Opener, als etwas zugkräftigeren
Namen konnten sich die Zuhörer auf die Swingin’ Utters freuen,
die in der nächsten Zeit auch ein Livealbum veröffentlichen werden.
Die frontfraugesteuerten Epoxies habe ich leider verpasst, wir mussten noch
in einer nahe gelegenen Mülheimer Rentnerkneipe ein paar Kölsch
testen. Die Swingin’ Utters gaben dann mit Schwung ihren etwas prolligen
Punk zum Besten. Mich konnte das nicht begeistern, ebenso wenig wie die
Dropkick Murphys, die musikalisch in ähnlichen Gewässern fischen.
Nichtsdestotrotz war das Palladium bereits bester Stimmung und feierte die
Band ausdauernd. Ein routiniert durchgezogener Anheizgig, das kann selbst
ich als Nicht-Fan sagen.
Unter welchem Motto die Tour von NOFX zurzeit steht, verriet
das große Banner über der Bühne: Rock Against Bush war angesagt.
Auf das Konzertkonzept wirkte sich das dann nur bedingt aus. Schon 2002
waren die Ansagen politisch eingefärbt und gegen Bush gemünzt.
Okay, dieses Mal wurde deutlich schärfer geschossen und viel Wert auf
das aktuelle Album „The War On Errorism“ gelegt. Aber im Prinzip
kam die Band doch nicht drumrum, ihr bewährtes Programm laufen zu lassen:
Alltime-Hits (sogar „Kill All The White Men“) wurden mit Raritäten
und stillen Perlen gemischt, Hefe holte die Trompete raus und in den Zwischenpausen
gabs allerhand Schabernack und dummes Zeug zu hören. Durchweg unterhaltsam,
sowohl für die Unbeweglicheren im hinteren Teil der Halle als auch
für die agile Jugend vorne im Riesenmoshpit. Das Ende markierte dann
wie schon öfter „Theme From A NOFX Album“.
Fazit: Eine der wichtigsten Punkbands der Gegenwart hat mal
locker-flockig eine der großen Kölner Hallen voll gemacht – ohne
sich an die üblichen Marketingmaßnahmen, die für so einen
großen Event normalerweise greifen, zu ketten. Und dann ihre lobenswerten
Ansichten und Pläne über und für die USA in unterhaltsame
Töne verpackt. Das macht Hoffnung für unsere durchindustrialisierte
Rock’N Roll-Landschaft.
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