 |
|
|
|  | |
 |  | |  | |
|
|
15.04.2005 Millencolin |
Köln, Palladium |
 |
|
|
mit: Fire In The Attic,
The Street Dogs, The Lawrence Arms |
|
| |
|
Was ist denn hier los? Bereits vom heranrollenden Zug aus
sieht man das Parkchaos rund um das Palladium in Mühlheim. Auf dem
Weg zur Halle hält die Verwunderung an: Was machen denn die ganzen
schwarz-düster-gekleideteten älteren Herren und Damen hier? Ah,
ein Glück, es laufen auch ein paar Kiddie-Skater an mir vorbei. Anscheinend
sind Millencolin doch nicht völlig unter die Fledermäuse gegangen.
Aufklärung dann vor Ort: Die Einstürzenden Neubauten spielen im
gegenüberliegenden E-Werk und das erklärt das hohe Verkehrsaufkommen
und die seltsam azuschauenden Konzertgänger. Vor dem Palladium dann
wieder gerodnet ungeordnete Verhältnisse. Rocker und Punks aller Altersschichten
vereint. Innen drin weiteres Erstaunen: trotz meiner anfänglichen Skepsis
haben die Schweden das Palladium tatsächlich voll gekriegt. Krass.
War bei den Kollegen vom Waste Of Mind doch noch zu lesen, dass die Berlin
Show in eine kleinere Halle umgesiedelt wurde mangels Besuchermasse. Wie
dem auch sei, Köln und Umland kam zahlreich, um die neue CD "Kingwood" live
zu bestaunen oder alten, liebgewonnen Tönen zu lauschen.
Zuerst durften Fire In The Attic ran, was mich nicht vom
Hocker riss. Interessanter waren da schon die Street Dogs, die ebensolchen
Straßenpunk zum besten gaben. Hymnisch und ungeschliffen, actionreiche
Bühnenshow, da ging doch einiges. Das Publikum quitierte es mit wirbelnden
Fäusten in der Luft und allgemein guter Stimmung.
Anschließend durften die Lawrence Arms ran, auf die ich mich fast
noch mehr gefreut hatte als auf den Headliner. Das letztjährige Konzert
in Hamburg war einfach zu geil, um da nicht noch einen Nachschlag zu verlangen.
Demnächst erscheint ja "neues" Material in Form einer B-Seiten
Compilation, da war es genau richtig, nochmal die Songs der letzten beiden
Alben Revue passieren zu lassen. Angereichert wurde der naturgemäß kurze
Support-Slot mit den Songs vom "Rock Against Bush"-Sampler und
der Fat Wreck Compilation. Ein kurzes aber heftiges Vergnügen war das,
das Publikum hat wohl eher die Street Dogs auf Platz zwei des Abends gesehen,
das störte aber die Anwesenden Fans kaum. Dämlicherweise war das
Palladium im vorderen Bereich abgetrennt, so dass die Stimmung nahe der
Bühne eher flau war (mein Empfinden). Dafür gings vor dem Gitter
lustig zu und Sänger Brendan quitierte das auch mit einer Songansage: "This
one goes out to the guys in the second row." Jawoll!
Dann
kamen schlielich die melancholischen Jungs von Millencolin
auf die Bühne.
Das Set hangelte sich quer durch das Albenportfolio, wobei "Tiny Tunes" nur
zweimal bedacht wurde ("Mr. Clean" und "Dance
Craze" glaube ich). Das neue Album fand größte Beachtung
und passte sich nahtlos in die Darbietung ein. Ein Beweis
dafür, dass
mit "Kingwood" keine Revolution im Hause Millencolin losgebrochen
ist, höchstens eine langsam wirkende Evolution. Fazit des Abends: 4
Bands - davon 2 sehr geil, 1 sehr gut und 1 sehr egal.
| |
|
| zurück zur Live Review Übersichtsseite | |
|  | |
|
|