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26.03.2005 Keane Köln, Palladium
mit: Rufus Wainwright
Live Bild Sänger Tom Chaplin reißt die Arme hoch und fordert das Publikum auf, den nächsten Song mit ihm gemeinsam zu singen- wohl wissend, dass jeder den Text kennt. Die ersten dynamischen Pianoanschläge, das einsetzende Schlagzeug und schon geht die Meute mit und grölt lautstark: „ I walked across an empty land…“. Es ist der Höhepunkt des Keane- Konzerts an diesem milden Karsamstag. Vielleicht liegt es am milden Wetter, vielleicht an der Musik der Briten, die zum Frühling den perfekten Soundtrack liefern. Dabei ist ihr Debütalbum „Hopes an Fears“ bereits ein Jahr auf dem Markt. Zwei Mal waren sie bereits in Deutschland auf Tour, beide Mal lag Köln auf ihrer Route. Heute zum dritten Mal in der Domstadt, zudem nur eins von zwei Deutschland-Konzerten in diesem Jahr. Kein Wunder, dass 3800 Menschen den Weg ins Palladium gefunden haben. Rufus Wainwright macht den Auftakt und spielt satte 40 Minuten. Viel für einen Support-Act, der Licht und Schatten barg. RW kommt wie ein Kind der Smiths und Pogues daher, das in der Pubertät zuviel „OK Computer“ von Radiohead gehört hat. So verkörpert er teils die pathetische und melancholische Stimmgewalt von Radiohead-Frontmann Thom Yorke und teils den Folk vom zahnlosen Pogues-Sänger Shane McGowen. Einmal verpatzt er den höchsten Ton der Strophe und wirft direkt ein „That’s terrible!“- wie Recht er doch hatte. Ein bisschen weniger hätte es gerne sein dürfen. 21:32 Uhr- das Trio, deretwegen heute alle da sind, entert die Bühne und legt mit „Can’t Stop Now“ einen fulminanten Auftakt hin. Es folgen „Bend and break“, „Everybody’s Changing“ und “Your Eyes Open“. Vielen wird es jetzt klar, dass Keane tatsächlich nur mit Piano und Schlagzeug Musik machen. Sänger Tom Chaplin ist immer noch kein großer Entertainer auf der Bühne. Unbeholfen, fast ein bisschen hölzern geistert er über die Bühne. Wie ein Getriebener, der auf der Suche nach der richtigen Performance ist. Dabei verliert Chaplin nie seinen Charme. Es scheint fast, als wenn er ein wenig mit diesem unbeholfenen Erscheinungsbild kokettieren würde, als wenn er sagen wolle: „Seht her, ich kann es einfach nicht!“ Aber Singen das kann er und auch an diesem Abend tut er das vorzüglich. Gerade bei den neuen Songs, die in einem kurzen Block dargeboten werden, zeigt sich wie wichtig Chaplins Stimme für die Musik des Trios ist. 22:24 Uhr die letzten Takte von „Somewhere only we know“ neigen sich dem Ende und bringen die Gemüter in Wallung. „Oh simple thing where have you gone“ lässt Chaplin das Publikum laut intonieren, ehe die britischen Newcomer kurz hinter der Bühne verschwinden. Nach kurzer Verschnaufpause beginnt der Zugabeblock mit einem neuen Song, ruhig, behäbig. Dieser Song passt nicht in dieses Konzert, vielmehr gehört er in die Hausapotheke als Schlafmittel. Kurz vor dem Tiefschlaf ziehen Keane die Notbremse und geben mit den aktuellen Singles „The Last Time“ und „Bedshaped“ ordentlich Gas. Verzaubert und fast ein bisschen in Ekstase suchen schließlich um 22:42 Uhr 3800 Menschen den Weg nach Hause. Man hört kein Hupen und kein Gegrummel, höchstens ein Summen, ein leises Singen irgendwo in einer anderen Welt- „Somewhere only we know“!

tobi.hinkes@punch-fanzine.de
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Externe Links:
Keane Website:
www.keanemusic.com