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03.03.2004 The Darkness Köln, 1Live Kultkomplex-Cafe
Vorgruppen: n/a
Live Bild Man musste schlimmes befürchten: Menschen mit Alptraumfrisuren wie Vokuhila, Motorrad-Rocker in Lederkutten, vielleicht sogar androgyne Gestalten in Spandex- Anzügen, denn die britischen Ausnahmerocker von The Darkness hatten sich im 1Live Kultkomplex-Cafe angekündigt. Im Rahmen eines Radiokonzerts des führenden Jugendradiosenders Eins Live sollte der angesagte Vierer in intimer Atmosphäre das kleine Kultkomplex-Cafe’ zum kochen bringen und 100 glückliche Gewinner der Kartenverlosung unterhalten. 20:30 Uhr: Ankunft im Mediapark, rein ins Getümmel. Es war nicht so voll wie befürchtet und das Publikum war alterstechnisch gut gemischt. Spandex- Anzüge, Lederkutten und andere Hardrock- Devotionalien blieben aus. Schade. 21:00 die Nachrichten- noch 3 Minuten, dann gings endlich los. Noch während die Hörer über die Staus im Sektor belehrt werden betrat der erstaunlich alte Moderator die kleine Bühne, um im Anschluss die Briten anzukündigen. Schon im Vorfeld war klar die Briten würden nicht in ihren Kostümen auftreten. 20 Auftritte in 21 Tagen schlauchen nicht nur die Musiker, sondern auch die Kostüme. Heute also Auftritt Nummer 21. Ungestyled und Unfrisiert enterten die als UK Champions angekündigten die Bühne. Frontmann Justin Hawkins trug ein Foreigner-T-Shirt, dazu eine Jeans und fettige Haare. That’s Rock’n’Roll Baby!
Zum Auftakt gab’s den Opener des Debüts „Permission To Land“. Die meisten kannten „Black Shuck“ nicht. The Live BildDarkness versuchten Stimmung zu machen, forderten die Leute zum Klatschen auf. Das Spiel ging auf, das Publikum bewegte sich ein wenig und war dem bestens aufgelegten Frontmann fort an erlegen. Es folgten „Growing On Me“ und eine kurze Version von „Thunderstruck“ der australischen Hard Rock-Legenden AC/DC. Die Jungs haben sich nicht nur irgendeine Musikrichtung ausgesucht, sondern leben den Hard Rock voll und ganz. Sie stehen zu ihren musikalischen Vorlieben. Das wurde auch beim nächsten Song klar. Justin kündigte an: „We’re going to have a power ballad. Do you know what a power ballad is?” Ja natürlich wissen wir das, nur dachte ich, dass die seit 10 Jahren ausgestorben wären. „Do you like Aerosmith?” Schweigen, ok nächste Frage “Foreigner- I want to know what love is”?, immer noch keine Reaktion, letzter Versuch: “The Scorpions- Wind Of Change”? Das Gejohle war groß. Den Gossenhauer des Jahres 1991 kennt natürlich jeder, fand jeder auch mal gut. Mittlerweile gilt er eher als peinlich. Justin konnte das nicht verstehen.
Egal, the show must go on und natürlich spielten The Darkness eine Powerballade- „Love Is Only A Feeling“. Die ist nicht peinlich, das sahen auch die Anwesenden so und applaudierten artig. Beim folgenden Song schalteten die Gebrüder Hawkins wieder einen Gang höher. „Get Your Hands Off My Woman“ ist deutlich schneller. Außerdem lud das im Anschluss an den Refrain angehängte „Motherfucker“ zu einem netten Spiel ein. Hawkins gröhlte „Mother..“ und das Publikum durfte lauthals „…fucker“ gröhlen. Gelungene Einlage, das Publikum war begeistert. Vielleicht auch, weil sich der charismatische Frontmann zur Mitte des Songs seines Foreigner- T-Shirts entledigte und seinen mit diversen Tattoos ausgestatteten Oberkörper präsentierte. Es folgte „Friday Night“, das stark an die Landsleute von Pulp erinnerte. Ein Duett mit Live BildJarvais Cocker wäre sicherlich cool. Doch das führt zu weit weg. „Könnt ihr Euch an das Video mit den Außerirdischen erinnern?“ wollte Hawkins vom Publikum wissen. Aber sicher. 21:37 Uhr die erste Single und der wohl bekannteste Song der Newcomer „I Believe In A Thing Called Love“ wurde geboten. Zum Bridge kam wieder die obligatorische Aufforderung „And now get your hands up!“ und bitte zum Takt des Drumstocks klatschen. Keine Frage, The Darkness verstehen ihr Handwerk und zählen derzeit zu den besten Livebands. „Giving Up’“ und „Love On The Rocks“ runden den Set ab.
Mit dem obligatorischen Trommelwirbel und unter stürmischen Applaus gehen The Darkness von der Bühne. „Thanks for having us anyway“, verabschiedet sich Hawkins. Zahlreiche Zugaberufe füllten das Kultkomplex-Cafe, aber nach einer Stunde war Schluss. Was hätten die Briten auch mit einem 39minütigem Album sonst noch spielen sollen? Mit der Gewissheit einem intimen Gig beigewohnt zu haben, gingen 100 zufriedene Eins Live-Hörer nach Hause. „Ich fand’ s super. Hatte die vorher noch nie gehört, waren aber echt super geil!“, berichtete ein älterer Herr der jungen Reporterin, die nach dem Konzert auf Stimmenfang war. Freunde haben The Darkness an diesem Abend sicherlich gewonnen und wetten, dass es am 3.Juli bei der Rheinkultur sehr voll werden wird? Dann kommen The Darkness wieder ins Rheinland, mit Spandex- Anzügen und Pyro- Show und spielen wieder für lau. Bonn wird beben!

Fotos: Dunja Al Shomer

tobi.hinkes@punch-fanzine.de
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Externe Links:
The Darkness Online:
www.thedarknessrock.com