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29.09.2003 Christina
Aguilera |
Berlin, Berlin
Arena (Velodrom) |  |
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Manchmal braucht es eben Mut um Erwachsen zu werden. Wahrscheinlich
noch mehr bei einer erfolgreichen Goldkehle und Vorzeigeblondine,
die einmal den Disney Club im amerikanischen TV moderiert
hat. Es ist jedoch schwer
zu übersehen, daß Fräulein Aguilera, oder Xtina, wie sie
sich neuerdings auch nennt, es mit einem Imagewechsel bitterernst
meint. Schwarze statt blonder Mähne, gewagtere Outfits, ein freierer
Umgang mit Sexualität und persönliche Texte - das alles bietet
die neue Christina bei ihrer „Stripped... live“-Tour. Letzteres
ist zwar nicht mit einem vollwertigen Bummel auf der Reeperbahn
zu vergleichen, doch
der Titel ist plakativ, die Tanzbewegungen eindeutig und
von allen Seiten wird viel Haut gezeigt.
Gleich der Auftakt versprach „Dirrty“ zu werden und sorgte für
Eindruck beim Publikum, welches zum größten Teil aus kleinen
Puppen bestand, von denen sich viele ganz nach ihrem Vorbild und wahrscheinlich
zum Schrecken ihrer Großeltern, mit Strapsgürteln, rückenfreien
Oberteilen und lange Spitzenhandschuhen kleideten. Manchmal braucht es eben
Xtina um Erwachsen zu werden? Jedenfalls war es sehr wohl die Stimme eines
jungen Mädchens die in einer Gruppe hinter mir stand und während
einer Tanzszene rief „Oh mann, die ist so ein geiles Stück. Christina,
fick mich!“ - wenn das nicht Bände spricht!
Eine aufwendige Bühnenshow mit diversen Kulissen und riesigen Leinwänden
war natürlich Pflicht, ebenso wie das Bringen der Hits der „alten“ Christina
Aguilera. Das allerdings wie bei „Genie In a Bottle“ in einer
neu arrangierten Version mit Oriental-Flair oder wie „Come On Over
Baby“ als minimalistische Nummer mit Barhockern und Hut im Gesicht.
Alles jedoch mit Stil und echter Stimme, was sie schon mal um Längen
von ihrer Kollegin Britney unterscheidet.
Schließlich wurden noch „Fighter“ und „Lady Marmelade“ aus
dem Stiefel gezaubert und mit beinahe jedem Song ein neues Outfit präsentiert.
Ausser zur Zugabe in Form der großen Schmacht-Hymne „Beautiful“,
bei dem sie sich so normal gab, wie ein Popstar von ihrem Format vielleicht
sein kann: in Jeans und weissem T-Shirt. Und war darin sogar am schönsten
...aber dieses Kompliment hat sie sich im Song ja schon selbst gemacht.
Sie bedankte sich dafür artig und keiner schien zu widersprechen, als
die Worte der Ballade in der Nebel- und Konfettischwangeren Luft der etwas
mehr als halbvollen Halle nachklangen.
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