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04.10.2003 Christina Aguilera Köln, Kölnarena
mit: So Solid Crew
Live Bild 5 Tage später in Köln: Der Strip geht weiter. Miss „Ich steh auf Straßenjungs und auf Frauen und leck mit Madonna rum“ hatte sich zum heißen private Dance angekündigt. 15000 wollten sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen und strömten zur exclusiven Pornoshow in die größte Veranstaltungshalle Europas, die, wie ungewöhnlich für Christinas Tour, ansehnlich gefüllt war. Die Spielregeln waren im Vorfeld klar: gucken erlaubt, anfassen verboten. So ist’s nun mal beim private Dance. Wer jetzt mit 15000 sabbernden, notgeilen männlichen Hackfressen gerechnet hatte, wurde nicht nur enttäuscht, sondern auch eines besseren belehrt: Im Publikum fanden sich überwiegend Mädels ein. Oh je, wenn diese Dame Gallionsfigur ist sage ich für die Zukunft einen Verfall der Sitten auf Praline-, Coupe- oder anderer Schmuddelblätter-Niveau voraus.
Den Abend eröffnen So Solid Crew, doch nach den düsteren Vorankündigungen vom Kollegen Davo sparen wir uns das direkt mal. Rein in den Hauptteil, rein in Xtina. Sie ist rundlicher geworden, nicht fett, nein das nicht, sie ist immer noch ansehnlich, halt fülliger. Die Frau versprüht immer noch mehr Sexappeal als ihre Kollegin und Mitschleckerin Britney Spears. Ihren Showteil beginnt die einstige Star Search-Kandidatin mit einem Einspieler auf eine Riesenleinwand projeziert- Thema: Strip. Die gewünschte Assoziation ist Sex, schon gar als sich die Aguilera gen Ende ihres BH’s entledigt und sich ihre Brüste walkt. Hinter der Leinwand taucht ein Stahlgerüst mit Lüftungsrad und knapp in Leder bekleideten Tänzern auf. Uhhhhhh „Dirty“- ein Hauch von schmutzigem, dreckigem Sex weht durch die Arena, der Mob ist begeistert. Zwar zielt jeder Aspekt der bombastischen Teenie-Weenie-Show auf Sex ab, doch der Abend hatte auch noch anderes zu bieten. Neben dem Imagebildenden Sex-Getue ist da also zu vermelden, dass sich die Aguilera mindestens acht Mal in verschiedene Klamotten zwängte und an Nebel nicht sparte. Die Technik war vom feinsten- in Bahnen geteilte Leinwände scheinen der neue Renner zu sein, die kannten wir schon von den Fanta 4. Das Bühnenbild ist genau wie der Look von Xtina nicht statisch, sondern, dynamisch. Ständiger Wechsel ist Programm. Da wird der Teenie-Star in devoter Pose auf eiinem überdimensionalen X auf die Bühne gefahren und trällert dazu die Teenie-Hymne „Genie in a bottle“, also fast wie Lady Chatterly im Tigerenten-Club. Die Tänzer legen dabei Hand an. Außerdem gesehen mit Hut lasziv auf einem Flügel liegend zu Klängen von Etta James, die wie sie stolz verkündet ihr großes Vorbild ist. Ach Kind, hättest Du das bloß früher gesagt, jetzt bist du in den Fängen der Sexindustrie. Weiter ging es an den Maschendrahtzaun (Regina Zindler hätte ihre wahre Freude daran gehabt), hinter dem sich das arme Kind versuchte, am Boden kauernd, nach oben zu hieven. Wirklich gelang ihr das an diesem Abend nicht wie die weiteren Eindrücke verdeutlichen: Kreischende Teenies in Buffalo Schuhen (wo waren bloß meine Ohrstöpsel und erst meine Sonnenbrille), eine orgiastische Konfetti Bombe (sind wir hier beim Superbowl oder was?), gruselig anmutende Tänzer, die zwar ihr Handwerk verstanden, optisch aber daneben waren. Der Abend hatte viele Facetten. Schön war, dass es um Frau Aguilera musikalisch gesehen gar nicht so finster bestellt ist. Die Songs wurden alle live performed und da wurde zuweilen richtig gegrooved. Der Abgang dann wie bereits in Berlin gehört: Eine Zugabe- Sie betritt in Jeans und legerem, weißen T-Shirt die Bühne und sagt: Dieser Song ist für Euch: Beautiful. Oh wie süüüüüüüß von ihr, mir wird speiübel. Der Song geht in Ordnung und beim Rausgehen die verwundernde Erkenntnis als rockender Redakteur einer Porno-Popshow beigewohnt zu haben. Für Frau Aguilera war mein Anblick dann wohl doch zu viel- sie erlitt im Anschluss an das Konzert einen Schwächeanfall im Hotel und lag die folgenden drei Tage mit 40 Fieber in Köln flach- so die offizielle Stellungnahme- was wirklich vorgefallen ist lest ihr in meiner Hustler-Kolumne.


tobi.hinkes@punch-fanzine.de
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Externe Links:
Christina Aguilera Online:
www.christinaaguilera.com
Interne Links:
Live Review:
Christian Aguilera: Berlin, BerlinArena 29.09.2003