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"You
know: Smash the state!" |
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Ten
Foot Pole sind schon seit 20 Jahren im Punk Business und erfreuen
sich bei Kennern hoher Beliebtheit. Trotzdem hat es bisher nie
zum ganz großen Durchbruch gereicht. Und zum allem Überfluss
weigerte sich letztes Jahr ihre Plattenfirma "Epitaph",
den bisherigen Vertrag zu verlängern. Jetzt ist mit "Bad
Mother Trucker" ein neues Album mit dazugehöriger
Tour am Start. Genug Gründe, um Sänger/Gitarrist Dennis
Jagard ein paar Kommentare zur Befindlichkeit auf Tour, Labelwechsel
und politischen Songs zu entlocken.!
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Punch: Wie läuft die Europa-Tour bisher?
Dennis: Es läuft großartig. Wir sind
seit vier Jahren nicht mehr in Europa gewesen und es war die Frage,
was für Leute kommen und ob sich noch jemand an uns erinnert.
Aber es kommen sehr viele und sie scheinen auch sehr gespannt zu
sein. Es sind auch nicht mehr dieselben Fans. Bei fast jedem Konzert
frage ich, ob uns schonmal jemand gesehen hat und es melden sich
vielleicht 10 Prozent. Es sind also eine Menge neue Kids dabei und
das ist cool!
Punch: Woran liegt das? An eurem neuen Album?
Dennis: Nein, es liegt wohl daran, dass es einfach
schon vier Jahre her ist, dass wir hier waren und die Leute, die
früher da waren, gehen heute nicht mehr zu Punkrockshows.
Punch: Seid ihr zufrieden mit der Anzahl
der Leute die zu den Shows kommen? Spielt ihr vor mehr Leuten oder
in gleich großen Clubs wie bei der letzten Tour?
Dennis: Bisher sind es dieselben Locations, in
England waren es ein paar andere Clubs.
Punch: Also hat euch keiner vergessen?
Dennis: Naja, was halt interessant ist, dass es
nicht diesselben Leute sind. Vielleicht sind es die kleinen Brüder
und Schwester und deren Freunde, die von ihren älteren Geschwistern
geschickt werden. Vielleicht waren sie auf der letzten Tour 20 Jahre
alt und jetzt mit 24 haben sie einen richtigen Job und denken nicht
mehr die ganze Zeit an Punkrockshows.
Punch: Denkst du tatsächlich, dass
Punkrock nur für eine bestimmte Zeit im Leben Gültigkeit
hat ? Du bist ja auch schon älter!
Dennis: Ja, für bestimmte Leute schon, klar!
Manche sind sehr engagiert bei der Sache und später mögen
sie auch noch die Musik, aber sie gehen nicht mehr zu Konzerten.
Vielleicht wird ihnen die Musik einfach zu schnell ...
Punch: Ihr seid in Europa für vier
Wochen unterwegs. Ist das für euch eine lange Zeit oder seid
ihr an längere Tourneen gewöhnt?
Dennis: Das hier ist unsere kürzeste Europatour!
Normalerweise sind wir so ungefähr sechs Wochen unterwegs.
Punch:
Wie schwer ist es denn für euch nach Europa zu kommen, wenn
man an die Kosten denkt?
Dennis: Na, so teuer ist es nicht, verglichen mit
Australien, Japan oder Neuseeland. Südamerika ist auch sehr
kostspielig. Wir sind hier, weil wir überall spielen wollen,
wo wir können. Und solange die Promoter die Kosten übernehmen,
tun wir das auch. Wir wollen einfach Konzerte spielen und unseren
Spass haben. Und in Europa ist eine starke Szene an Promotern und
Konzertorten. Deswegen sind wir auch froh, hier zu sein. Und die
Flugtickets sind auch nicht so teuer, wenn man sowieso 30 Shows
spielt.
Punch: Ich frag nur, weil ich von einigen
Bands weiss, dass sie nur schwer im Ausland touren können,
weil sie zum Teil sogar Geld zuschiessen müssen. Das ist bei
euch aber nicht so?
Dennis: Nein, das ist bei uns aber auch etwas anderes.
Wir haben über die Jahre eine gewisse Reputation aufgebaut.
Jetzt kommen genug Leute zum Konzert und kaufen auch genug T-Shirts.
Wir verlieren also kein Geld auf Tour, aber wir sind auch nicht
reich. Wir würden aber trotzdem gerne öfter kommen, vier
Jahre sind ja schon eine lange Zeit. Ich hoffe, bis zum nächsten
Mal wirds nicht so lange dauern.
Punch: Wie siehts es denn im Sommer mit
Festivals aus?
Dennis: Wir sind zu ein paar Festivals in Belgien
eingeladen, aber es sind noch nicht genug, dass es sich lohnen würde
wieder nach Europa zu kommen. Vielleicht kriegen wir ja nach dieser
Tour noch genug Einladungen ...
Punch: Was magst du auf Tour und was überhaupt
nicht?
Dennis: Ich mag es, viele Konzerte zu spielen bei
denen möglichst viele Leute ihren Spass haben. Ich hasse es,
wenn ich krank werde. Zur Zeit habe ich Probleme mit dem Rücken,
ansonsten bist du halt viel unterwegs und das Wetter wechselt oft,
dann wird man nunmal leichter krank. Ansonsten nervt es, wenn die
Bandmitglieder untereinander Streit anfangen. Aber das war bisher
überhaupt kein Problem, darüber bin ich ganz froh.
Punch: Ihr habt ja auch ein neues LineUp.
Wie versteht ihr euch untereinander?
Dennis: Das neue LineUp ist großartig. Die
Jungs sind wirklich nett und glücklich hier zu sein. Normalerweise
verdient man auf Tour ja nicht viel Geld, man verliert eher welches.
Wenn du dann nicht liebst, was du machst, dann solltest du besser
nicht unterwegs sein. Es ist einfach nicht das Richtige für
jemanden, der lieber ein gesichertes Auskommen hat und gemütlich
lebt.
Punch: Waren die neuen Bandmitglieder denn
schon in Europa auf Tour mit ihren alten Bands?
Dennis: Nein, für sie ist es das erste Mal.
In Europa waren sie schonmal, aber nicht auf Tour. Sie sind sehr
jung, was großartig ist, weil sie sehr viel Energie haben
und aufgeregt sind, hier zu sein. Sie sind richtige PunkRocker:
"Wuhaaa, where's the beer?"

Punch: Also spielst du den "Daddy"
und sagst ihnen, wie sie sich zu benehmen haben?
Dennis: Nein, wie sie sich zu benehmen haben sag
ich ihnen nicht, aber ich bin der Organisator. Ich kümmer mich
um die Geschäfte und das alles läuft. Also die Steuern,
die Arbeitserlaubnis und den ganze Bullshit, den man so vom Staat
braucht. Ich versuch halt mein Bestes. Zum Beispiel hat unser Soundengineer
am Tag bevor wir geflogen sind seinen Pass verloren. Also war ich
die erste Woche Tourmanager, Soundengineer, Sänger, Gitarrist
und hab mich ums Merchandise gekümmert, damit alles läuft.
Punch: Ein anderes Thema wäre euer
Labelwechsel. Ihr seid von Epitaph zu Victory Records gewechselt.
Ich hab nirgendwo gegenseitige Beschimpfungen oder ähnliches
gehört, obwohl Epitaph euren Vertrag nach all der Zeit nicht
verlängert hat. War es eine einfache Trennung?
Dennis: (lacht) Willst du jetzt was über eine
Schlammschlacht hören? Wir haben uns schon etwas zurückgewiesen
gefühlt, so ähnlich als ob deine Freundin mit dir Schluss
macht und du weisst, dass es eigentlich Zeit ist weiterzuziehen.
Aber du fühlst dich trotzdem verletzt. So ist es halt, wenn
jemand nicht mehr mit dir arbeiten will. Es war schon schwer, weil
wir ziemlich hart gearbeitet haben, um die Band aufzubauen. Und
es gab auch viele Situationen mit Epitaph, wo man sich als Band
nett oder aggressiv verhalten konnte und wir sind nett geblieben.
Manchmal hätte man sicher das Label anrufen und sie anschreien
können, aber wir sind cool geblieben. Es war mehr wie eine
große Familie. Aber dann war's doch sehr schnell vorbei.
Wir sind natürlich sehr dankbar für die großartigen
Möglichkeiten, die wir hatten. Sei es das viele Touren und
Reisen oder die starke Unterstützung von Epitaph. Es ist nunmal
ein gut geführtes und effizientes Label und es war klasse,
mit so einer machtvollen Organisation zusammenzuarbeiten, die uns
vor so viele Leute gebracht hat.
Aber jetzt sind wir ganz froh, dass wir auf Victory Records sind.
Ich denke, dass Victory sehr stark im Kommen ist. Sie wachsen und
sind sehr stolz auf das, was sie machen. Ihr Motto ist: "Wir
sind die Besten!" Wenn wir also ein Problem haben kann ich
immer sagen: "Come on guys, you're the best, you can handle
this!"
Punch: Denkst du, dass Victory das Potenzial
hat in dieselbe Klasse wie Fat Wreck oder Epitaph aufzusteigen?
Dennis: Oh, das sind sie, finde ich, schon. Sie
sind schon sehr groß. Mit neuen Bands wie z.B. "Taking
Back Sunday" sind sie richtig explodiert. Okay, sie haben keine
Band wie "Offspring", die Millionen Alben verkauft, aber
für ein Undergroundlabel sind sie sehr stark.
Der große Unterschied ist, dass Victory vom Hardcore kommt
und nicht so spezialisiert ist wie z.B. Fat Wreck. Fat Wreck noch
mehr als Epitaph. Aber sie sind beide sehr fokussiert auf eine bestimmte
Musikrichtung. Und jetzt fächert sich das Ganze ein bisschen
mehr auf, besonders bei Epitaph.
Bei Victory war man sehr auf Hardcore spezialisiert und wir waren
eine der neuen Bands, die gesigned wurden. Bei Epitaph war es so,
dass die Kids die Alben von Bands alleine gekauft haben, weil sie
dachten, die Musik klingt nach "Pennywise" und "Offspring".
Bei Victory ist das gar nicht so. Und bei Epitaph ja auch nicht
mehr. Stell dir vor, du kaufst ein "Osker" Album und erwartest
"Pennywise", dann könntest du enttäuscht sein!
(lacht)
Jetzt kann man natürlich im Internet die Musik vorher antesten.
Als ich klein war, hab ich die Platten meiner Freunde gehört
oder man hat neue Songs im Radio gehört, aber Punk lief nicht
im Radio. Also ging man in den Laden, um sich die Band anzuhören
und dann die CD zu kaufen oder eine Compilation. Heute hast du das
Internet und ziehst dir ein paar MP3's und kennst daher die Band
schon, bevor du in den Laden gehst um ihr Album zu kaufen.
Punch: Wie war das mit Victory Records.
Habt ihr euch das Label ausgesucht oder war es anders herum?
Dennis: Es war ein bisschen von beidem. Wir haben
Demos verschickt und auch mit Fat Mike gesprochen. Aber Victory
waren am meisten begeistert von "Ten Foot Pole" und wir
waren ebenfalls begeistert von Victory. Es gab auch noch eine Reihe
kleinere Labels, die an uns interessiert waren, aber bei denen waren
wir nicht sicher, ob sie den Job hinbekommen. Wir haben sogar überlegt,
ob wir die CD selber rausbringen, aber das wäre soviel Arbeit
gewesen, die wir nicht auf uns nehmen wollten. Wir wollten einfach
das machen, was das Richtige für die Band ist. Und Victory
Records ist die richtige Entscheidung gewesen. Sie sind stark, sind
stolz auf ihre Arbeit, sehr aggressiv und sie wollen groß
werden. Du kannst mir glauben, sie arbeiten hart daran!
Punch: Eure neue Platte ist im September
rausgekommen. Waren die Songs bereits aufgenommen, bevor ihr zum
neuen Label gewechselt seid?
Dennis: Es war so, dass wir bereit waren, dass
neue Album aufzunehmen. Als es mit Victory geklappt hat, haben sie
uns einen Scheck geschickt und wir waren innerhalb einer Woche im
Studio. Wir wussten ja, dass eine lange Zeit seit dem letzten Album
vergangen war. Die Kids haben heute einen sehr kurzen Aufmerksamkeitszeitraum,
wenn du nicht dauernd neue Musik veröffentlichst, dann bist
du raus.
Punch:
Ich hab gelesen, dass du sehr viele Songs für ein neues Album
schreibst und von diesen dann auswählst. Also muss es eine
ganze Menge ...
Dennis: ... schlechter Songs geben?
Punch: Nein, ungebrauchte Songs geben. Wollt
ihr die vielleicht mal veröffentlichen?
Dennis: (lacht) Meinst du als CD mit dem Titel
"The Songs that sucked" ?
Punch: Na vielleicht so wie "NOFX"
mit "45 or 46 Songs ..." ?
Dennis: Ja, da musst du schon so groß sein
wie "NOFX". Die Leute kaufen ja schon kaum unsere regulären
Alben, wieso sollten sie dann die schlechten Songs kaufen?
Punch: Auch nicht als Soundtrack oder Sampler?
Dennis: Nein, wir lassen die Songs lieber im Mülleimer!
Naja, wenn die Band irgendwann mal groß wird, dann holen wir
die Lieder vielleicht mal wieder raus.
Punch: Eure letzten beiden Alben wurden
von Ryan Greene produziert, jetzt von Jim Monroe. Wie kommt das?
Hat das auch was mit dem Labelwechsel zu tun?
Dennis: Ja, das Budget von Victory war etwas kleiner
und Ryan Greene ist nicht billig. Je erfolgreicher er wird, umso
höher wird seine Gage. Ryan war aber auch gerade beschäftigt
und hat mit anderen Bands gearbeitet und wir waren in Eile. Aber
wir wollten uns auch verändern. Besonders in Europa haben manche
Leute kritisiert, dass wir immer mit Ryan Greene arbeiten und dass
viele seiner Alben gleich klingen, wenn man an "No Use For
A Name", "Lagwagon" und "NOFX" denkt, die
sehr ähnlich sind. Wir wollten auch etwas aggressiver werden.
Punch: Das wär meine nächste Frage
gewesen. Mir kam der Sound auf "Bad Mother Trucker" sehr
rauh und unbearbeitet vor, was denkst du?
Dennis: Ja, das war unser Ziel. Ryan Greene hat
einen sehr glatten Sound, es klingt immer sehr perfekt. Und das
wollten wir diesmal nicht. Es klingt immer gut bei ihm, aber manchmal
etwas überproduziert. Ich würde aber in der Zukunft gerne
wieder was mit Ryan machen, er ist ein prima Kerl und ein guter
Produzent und es macht Spass mit ihm zu arbeiten.
Punch: Ihr seid jetzt seid 20 Jahren im
PunkRock dabei. Ich hab den Text von "Do It Again" auf
"Bad Mother Trucker" gelesen und er hörte sich an
wie eine Liebeserklärung an das Musikerleben. Andereseits hatte
ich auch das Gefühl, dass du in dem Song ein wenig Respekt
dafür forderst, dass ihr schon so lange dabei seid und den
Kids die Musik bringt. Stimmt das?
Dennis: Oh, ich finde nicht, dass ich Respekt einfordere,
naja, vielleicht ein bisschen. Der Text erklärt einfach einer
Reihe von Leute, z.B. meinem Eltern, warum man sein Leben für
"Scheisse-Music" verschwenden will. Es ist einfach etwas
an dem was wir tun, also z.B. touren, was es schwer macht in einen
geregelten Job zurück zu gelangen.
Aber es ist auch schwer, wenn man arm ist. Mein Freundin ist zur
Zeit schwanger, wir erwarten ein Baby. Deswegen muss ich sehen,
dass ich Geld verdiene und etwas zu essen auf dem Tisch steht. Es
ist eine Sache, wenn nur ich arm bin und ein low-budget Lifestyle
habe. Aber jetzt hab ich Verantwortung. Ich versuche es immer noch
in Einklang zu bringen, dass entweder die Band genug abwirft oder
dass ich zuhause genug Arbeit durch meine anderen Jobs habe.
Das ist auch ein Grund, wieso wir seit vier Jahren nicht mehr hier
waren. Wir hatten andere Jobs zu erledigen und die Band war ja auch
in einigen Schwierigkeiten. Ich hasse es, wenn ich in der Situation
bin, dass ich einen Job so sehr brauche, dass die Band nicht touren
kann. Darum geht es eigentlich in dem Song.
Punch: Ein anderer Song auf dem neuen Album
ist "Fall In Line". Er hört sich an wie eine Beschreibung
dessen, was zur Zeit in Amerika und dem Rest der Welt passiert.
Dennis: Er ist vor dem 11. September entstanden,
ich weiss gar nicht, wo er herkam. Wir versuchen eigentlich nicht,
politisch besonders radikale Lieder zu schreiben. Das ist nämlich
ein Grund, wieso eine Band langweilig ist, wenn sie nur über
politische Themen singt. Und andererseits hast du die Verantwortung,
dass du dich gut in der Materie auskennst, wenn du politisch wirst.
Manchmal haut es mich einfach um, wenn ich sehe, was alles passiert.
Ich hab eigentlich keine Lust dauernd die Fakten zu recherchieren,
nur um den Leuten zu sagen: "Hey, macht das, oder macht jenes!"
Ich bin natürlich frustriert über das System und die fehlende
Möglichkeit Macht auszuüben, aber man hat uns in eine
Situation gebracht, wo du wirklich ein Meister der Geschichte sein
musst, um die Regierung zu kritisieren. Ich will einfach nicht mein
Leben damit verbringen, Nachforschungen anzustellen und mich mit
Geschichte zu beschäftigen. Ich will snowboarden und Motorrad
fahren. Das ist der Grund, warum die Politiker uns kontrollieren.
Leute wie ich sagen hauptsächlich "Fuck It! Ihr übernehmt
die Politik und ich leb mein Leben!" Leider haben die Politiker
nur die eigenen Interessen im Auge und nicht die von den normalen
Leuten. Das ist wohl normal. Macht korrumpiert.
Punch: Hattet ihr Probleme mit dem Song,
weil vielleicht jemand sagen könnte, ihr seid nicht "patriotisch"?
Dennis: Wir haben uns ein bisschen Sorgen darüber
gemacht. Wir waren gerade dabei unser Demo rauszuschicken, es war
kurz nach 9/11 fertig geworden. Also haben wir bis Januar damit
gewartet, weil einfach jeder so fokussiert auf Politik war. Was
andereseits auch ziemlich cool ist, weil die Leute sich dann mal
für Politik interessiert haben. Es ist das, was ich eben auch
schon gesagt hat. Es ist klasse, wenn jeder sich in Geschichte und
Politik auskennt. Es ist cool, wenn alle darüber reden, es
geht uns schliesslich alle was an. Vielleicht kann man dann was
ändern. "You know: Smash the state!"
Punch:
Interessiert dich noch, wenn jemand euer Album kritisiert?
Dennis: Ja, das interessiert mich schon. Wenn du
einen Song schreibst, dann ist er wie ein Baby für dich. Wenn
jemand sagt "it sucks!", dann verletzt dich das natürlich.
Aber man muss sich auch klar sein, dass es Musik ist, und da haben
die Leute nunmal unterschiedliche Meinungen. Es ist dasselbe wie
mit Epitaph. Musik ist nunmal eine subjektive Sache. Wenn Brett
(Gurewitz, die Red.) mit unserer Musik nicht mehr glücklich
ist, dann sollte er uns auch nicht auf seinem Label haben. Aber
wir schreiben auch keine Songs für Kritiker oder für sonst
irgendwen, wir schreiben die Songs so gut wie wir können und
hoffen, dass sie den Leuten gefällt.
Punch: Letzte Frage. Ich hab euer neues Video zu
"Armchair Quaterback" gesehen. Genau wie bei "Getaway"
vom Album "Insider" vermischt ihr ein ernstes Thema mit
einem witzigen Video.
Dennis: Ich denke, das ist ganz typisch für
"Ten Foot Pole". Wir haben viel Energie und springen durch
die Gegend, aber wir haben auch ein paar ernste Texte. Aber wenn
es dann um das Videodrehen geht, dann ist die Vorstellung von einem
ernsthafen "Ten Foot Pole" Videos
doch zu anspruchsvoll. Wir sind einfach nur ein paar Jungs, die
Spass haben. Aber du hast recht, Aussage des Songs und Video stimmen
nicht überein. Aber wir hatten halt dieses Konzept und haben
uns daran gehalten und hatten Spass damit. Videos sind, finde ich,
auch genau dazu da. Ich hatte Angst, dass wir etwas machen, was
uns peinlich ist. Manche Videos sind einfach schlecht. Ich bin ganz
froh, dass unseren bisherigen Videos "okay" waren, so
dass ich mich nicht schämen musste. Einige meiner Freunde arbeiten
bei Plattenfirmen und erzählten mir, dass manche Majorbands
wegen eines Albumcovers oder eines Videos sehr peinlich berührt
waren. Ich bin ganz froh, dass ich noch zu keinem Video sagen musste
"Oh Shit!".
Punch: Dennis, vielen Dank für das Interview.
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