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Punch: Ich hab ein Interview mit euch gelesen, wo ihr über eine frühere
Tour mit den Mad Caddies gesagt habt, dass ihr eigentlich musikalisch
nicht so zusammen passt, aber das es trotzdem cool war zusammen
auf Tour. Wie sieht es denn jetzt mit drei stylistisch verschiedenen
Bands auf der Fat Package Tour aus?
Rise Against: Oh es klappt sehr gut. Die Bands sind ja auch
nicht so sehr verschieden. Wenn die Tour einen bestimmten Style
als Thema gehabt
hätte, dann würden wir nicht so gut reinpassen. Aber so macht es
sehr viel Spaß. Es gibt eine Menge verschiedene Leute und verschiedene
Musik, die Show ist also breit gefächert. Die Flipsides sind eine Rock'Roll
Band, die Lawrence Arms sind eine tolle Punkband, wir machen
aggressive Musik und die Caddies sind einfach nur "Fun". Wir haben
eine großartige
Zeit.
Punch: Es gab im letzten Jahr Änderungen im LineUp von
Rise Against. Kannst du das kurz beschreiben?
Rise Against: Ja, in den letzten Jahren. Wir haben jetzt
unseren dritten Gitarristen. Unser neuer
Gitarrist heisst Todd und ist seit letztem Sommer bei der Strung
Out Tour dabei und es klappt gut. Er bringt einen ganz neuen
Aspekt in die Band
ein. Er war bei der neuen Platte dabei, hat mitgeholfen sie
zu schreiben und sie aufzunehmen.
Punch: Du spielst auf dem neuen Album jetzt auch Gitarre.
Wie kam das und welchen Einfluß hatte das auf das Songwrtiting,
die Aufnahme und wenn ihr live spielt?
Rise Against: Es hatte großen Einfluß, vorher
waren wir auf eine Gitarre beschränkt und hatten auch nur Passagen
für eine
Gitarre in den Songs. Als wir angefangen haben Songs für das Album
zu schreiben, habe ich Gitarre gespielt, um Ideen auszuprobieren.
Und als wir das gemacht haben, haben wir gemerkt, dass wir
mit zwei Gitarren wesentlich
mehr machen können, also verschiedene Teile einbauen mit mehreren
Gitarrenparts und das haben wir dann auch gemacht. Für Rise Against
ist es sehr wichtig, dass ich als Frontmann nur singe, weil
ich mit dem Publikum kommunizieren kann und mir das auch sehr
viel Spaß macht
und dem Publikum hoffentlich auch. Bei Liveshows wollen wir
das auch so beibehalten,
damit ich auch weiterhin das Mikro jemandem vor das Gesicht
halten kann und der dann mitschreit. Und ich will halt auch
sicher sein, dass ich mich
auf der Bühne bewegen kann. Aber für den Sound werde ich einfach
bei ein paar Songs die Gitarre in die Hand nehmen und das ein
bisschen in das Set mit einbauen. Ich werde aber wohl nie die
ganze Zeit Gitarre spielen.
Punch: Ihr habt auch nie dran gedacht, einen zweiten
Gitarristen mit in die Band zu holen?
Rise Against: Das ist nicht nötig, wir haben so
viele Songs wo wir keine zweite Gitarre brauchen. Meist spielt
sie denselben Part wie die andere
Gitarre. Ich mag uns als "Four-Piece". Wenn du mehr als vier
Leute hast, dann wird es ein bisschen crazy.
Punch: "Revolutions Per Minute" hört sich
sehr kompakt an, jeder Song passt perfekt in den nächsten.
Habt ihr alle Songs in einer Session geschrieben oder ging
es Schritt für Schritt?
Rise Against: Ein paar Songs sind zu unterschiedlichen
Zeiten entstanden. Für diese Platte haben wir lange gebraucht,
weil wir so viel getoured sind. Wir hatten so viel zu tun nachdem "The
Unravelling" rauskam,
wir waren zwei Jahre fast ununterbrochen auf Tour. Die Songs
kamen Stück
für Stück zusammen, wir haben sie bei Soundchecks und in Hotelzimmern
und unterwegs geschrieben. Es war also doch eine lange Zeitspanne.
Diese CD ist mehr gemeinsam entstanden als das letzte Album.
Es gibt viel Musik, die
Joe geschrieben hat, aber auch eine Menge, die ich geschrieben
hab, so dass man praktisch zwei verschiedene Musiktypen hat.
Und dann ist es natürlich
cool, wenn bei dir der Eindruck entsteht, dass alles ineinander
passt, das hatten wir gehofft. Aber das war so nicht ausdrücklich
geplant, es ist einfach so passiert.
Punch: Musst du dich in eine agressive Stimmung
bringen, um dann auf die Bühne zu gehen und eure Songs zu präsentieren?
Rise Against: Nein, eigentlich nicht. Es geht auch
weniger um Wut als um Enthusiasmus und Aufgeregtheit, da zu
sein wo man ist. Es ist die Energie, die das Publikum mir gibt
wenn ich auf der Bühne
bin, damit ich das machen kann, was ich auf der Bühne mache. Ich bin
eigentlich tagsüber eine sehr relaxte Person, egal ob
vor oder nach der Show, aber wenn ich auf der Bühne bin dann macht
es "Klick" und
genau dafür stehen wir da ja auch. Dafür haben wir eigentlich
schon immer gearbeitet, ich wollte in einer Band spielen
seitdem ich 15 war. Und wenn du da oben stehst, dann kommt
das alles hoch und du realisierst
die Situation. Also bei mir macht es dann einfach "klick".
Punch: Jede Nacht?
Rise Against: Ohja, jede Nacht. Ich wärme mich ein
bisschen auf und so, aber dann kommst du auf die Bühne und los gehts.
Aber das liegt auch an der Musik. Alle Ereignisse, über die ich in
unseren Texten singe und in denen es um Zeiten geht, in denen etwas in
meinem Leben passiert
ist, die erlebe ich dann auf der Bühne noch einmal. Die kommen dann
noch einmal hoch und das kann man auch nicht ändern.
Punch: Genau das
meinte ich. Ist es für dich schwer, jede Nacht dieselben
Gefühle zu durchleben, die du beim Schreiben der Texte hattest?
Rise Against: Ich sehe das mehr als eine Erinnerung. So in
der Art "Hey, denk doch mal an das was da in deinem Leben passiert
ist", so ähnlich wie ein Tagebucheintrag. Es kann manchmal etwas
trostlos sein, das jede Nacht durchzumachen. Manchmal singe ich auch und
es ist mir zunächst nicht so wichtig, aber wenn ich dann sehe, dass
jemand mitsingt, dann merke ich, dass die Worte die ich gewählt habe,
jemanden wirklich angesprochen haben. Und dann merke ich wiederum, was
diese Worte mir bedeuten. Ich mag diese Interaktion, es ist ziemlich wichtig
für mich.
Punch: Ich hab mal ein Interview mit Rage Against The
Machine gelesen, bei dem der der Sänger gesagt hat, dass er nicht
so viel Shows spielen könnte, weil er sich nicht jeden Abend in diese
spezielle "Rage-Stimmung" versetzen
wollte.
Rise Against: Interessant. Ja, wer weiss, die haben auch
schon wesentlich mehr Shows gespielt als wir. Vielleicht erreiche
ich auch mal den Punkt, aber ich hoffe nicht. Aber es geht
eigentlich nur darum seine
Balance zu finden, die Zeit auf Tour vernünftig zu nutzen. Ich weiss,
wie ich nach einer Show wieder runterkomme und mich entspannen
kann. Ich habe meine Auszeit wenn ich von der Bühne runter bin, und
das ist auch wichtig.
Punch: Wie waren bisher die Reaktionen
auf die neuen Songs während
der "Fat Package Tour"?
Rise Against: Bisher waren die Reaktionen großartig,
fast besser als bei der letzten Platte. Europa ist die erste
Tour mit der neuen Platte,
wir waren in Amerika noch nicht wieder unterwegs seitdem die
neue CD raus ist, bis auf ein oder zwei Auftritte. Also sind
das die ersten Reaktionen
und die sind bisher unglaublich. Es scheint so, als würde die Platte
ein Menge Kids zu den Shows bringen, die uns vorher nicht kannten.
Die neuen Songs bekommen fast mehr positive Reaktionen als
die alten, was eigentlich
nicht üblich ist. Es ist wirklich aufregend und wir sind auch alle
sehr aufgeregt wegen des neuen Albums und wir mögen auch
das, was dabei rausgekommen ist.
Punch: Was werdet ihr heute
Abend als Opener spielen?
Rise Against: Wir werden einen alten Song spielen, "Reception
Fades" von der "The Unraveling". Ich mag den Song,
weil er direkt richtig losgeht und das ist ziemlich wichtig.
Punch: Ich
hatte schon an "Black Masks And Gasoline" gedacht,
weil es auch der erste Song auf dem neuen Album ist.
Rise Against: Wir haben ein paar Shows damit begonnen,
wir rotieren immer ein wenig mit den Openern und wollen nicht jede Nacht
dasselbe
machen.
Punch: Im Moment bringt euer Label Fat Wreck eine ganze
Reihe neuer Alben heraus und darunter sind Bands wie NOFX,
Lagwagon oder auch die Mad Caddies
oder Good Riddance. Fühlt man da eine gewisse Konkurrenz oder habt
ihr Angst, dass "Revolutions Per Minute" nicht so viel Aufmerksamkeit
bekommt wie es sollte?
Rise Against: Ich glaube wir sind alle sehr unterschiedliche
Bands, also bin ich da nicht besorgt. Außerdem ist Fat Wreck sehr
gut zu uns und sie geben uns den Eindruck, dass wir Priorität haben.
Da mach ich mir keine Sorgen. Wenn sie andere Bands auf unsere
Kosten bevorzugen würden, dann könnte ich mich aufregen. Aber
so habe ich das Gefühl,
dass sie alles im Griff haben; sie sind jeden Tag mit uns in
Kontakt, sie arbeiten sehr hart und sind genauso aufgeregt über das
neue Album wie wir. Fat ist wie eine Familie und ich freue mich wirklich
wenn ich
sehe, dass es den anderen Bands auf Fat gut geht. Ich freu
mich, dass die Caddies Platte gut läuft und es ist gut, dass NOFX
eine neue Platte rausbringen. Also ich merke da keine Konkurrenz.
Punch: Ich hab gelesen, dass Chad Price von ALL ein paar Backing Vocals für
die neue Platte eingesungen hat. Stimmt das?
Rise Against: Ja klar, hat er gemacht! Er hat eine großartige Simme
und ist ein klasse Typ. Er lebt in Ft. Collins und er hing ein paar Mal
bei den Aufnahmen rum und wir dachten uns, es wäre toll, wenn er auf
der Platte wär.
Punch: Welcher Song auf dem Album ist deiner Meinung
der attraktivste für Leute, die mit "Rise Against" bisher nicht so viel zu
tun hatten? Vielleicht "Halfway There"?
Rise Against: Ja, das ist auch einer meiner Lieblingsstücke. "Halfway
There" oder "Like The Angel" denke ich. "Halfway There" ist
ein sehr andersartiger Song gewesen, als wir ihn geschrieben
haben, sehr verschieden und unnormal für uns, aber ein sehr gutes
Lied.
Punch: Unterhaltet ihr euch über solche Fragen, wenn die Songs stehen?
Also welche Lieder die Kids wohl am meisten mögen werden?
Rise Against: Ja klar, darüber reden wir. Außerdem will das
Label, nachdem die Aufnahme beendet ist, wissen, welche Songs wir gerne
im Radio hören oder im Fernsehen sehen würden. Wir sollen ihnen
dann immer sagen, welcher unser bester Song ist, und das fällt uns
unheimlich schwer, weil wir einfach alle Songs lieben und es ist mir auch
eigentlich egal, welcher Song jemanden an unsere Band heranführt. "Like
The Angel" ist ein Song, wo wir glauben, dass er gut ankommen wird. "Halfway
There" aber auch, er ist noch so eine Art "Sleeper", aber
er könnte noch ganz gut ankommen.
Punch: Ich hab gehört, dass
ihr diesmal auch ein Video gedreht habt?
Rise Against: Ja, haben wir. Aber wir haben das Video für "Heaven
Knows" gemacht. Wir dachten, das Lied würde unsere Band besser
repräsentieren.
Punch: Ahja, ich hatte im Internet gelesen, dass ihr
das Video für "Halfway
There" drehen wolltet.
Rise Against: Ja, ich weiss auch nicht, was los war. Die Rede
war von entweder "Heaven Knows", "Like The Angel" oder "Halfway
There" und am Ende haben wir uns halt so entschieden.
Punch: War das
dein erstes Videoshooting?
Rise Against: Ja, war das erste Mal. Der Regisseur war
super und "punkrock down to the core", also hatten wir eine super
Zeit. Ich weiss, dass das Video in England gespielt wird
und zum Teil auch in Amerika. Hoffentlich kann man es hier
auch bald sehen. Aber es
wird sicherlich auch bald im Internet sein. Es ist allerdings
nicht so ein typisches Rockvideo mit heissen Tussis und Dope-rauchenden
Typen.
Es ist ein gutes Video und es repräsentiert uns glaube ich ganz
gut.
Punch: Themenwechsel. Du hast mal zu deinen Texten gesagt,
dass ihr Optimismus austrahlen wollt und auch gar nicht so politisch
daher kommt wie z.B. Anti-Flag
oder Propaghandi. Hat sich das mit dem neuen Album geändert, denn
die aktuellen Lyrics sind doch stark politisch gefärbt?
Rise Against: Na klar sind ein paar Texte politisch. Eigentlich
beruhen unsere bisherigen Texte alle auf Beobachtung der Dinge,
die so um mich herum passieren, also das tägliche Leben insgesamt.
Und in Amerika ging es nunmal in den letzten Jahren sehr viel
um Politik. Es gab
den 11. September, den Krieg in Afghanistan und den Krieg im
Irak. Ich hab die Texte in einer Zeit geschrieben, wo
man nichts ändern
kann, aber du kannst deine Beobachtungen machen und dann darüber und über
deine Gefühle schreiben. Wir haben jetzt kein spezielles Programm,
aber was wir haben ist folgendes: Ich bin ein ganz normaler
Typ. Ich lebe in Chicago und da lese ich jeden Tag die Zeitung
oder gucke die Nachrichten
und dann sehe ich was ich mag und was ich nicht mag. Und das
ist es eigentlich schon, nämlich meine eigene Reaktion auf
die Welt da draussen. Und ich nehme für
mich auch nicht in Anspruch, dass ich derjenige bin, der die
Welt aus diesem verrückten
Kram führt.
Punch: Der Titel "Revolutions Per Minute" hört
sich ziemlich aggressiv an, besonders wenn man sich das Artwork
auf dem Cover dazu ansieht.
Wer hatte die Idee dazu?
Rise Against: Das war ein Freund, der Mike Jackson heisst
und aus Santiago kommt. Er macht gute Arbeit und designed auch
unsere T-Shirts und sowas. Ich hab ihm von der neuen Platte
erzählt und bei seiner
Idee hat es klick gemacht und wir dachten uns, dass das Cover
ganz cool sein könnte. Der Albumtitel ist vor allem ein Wortspiel.
Es soll ein Kommentar sein. Es geht darum, dass Punkrock dich
jede Minute davon überzeugen
will, dass es eine Revolution gibt. Und wenn du das dauernd
hörst,
dann verliert es seine Bedeutung und den Wert. Es ist ein Totschlagargument.
Es ist also ein Kommentar dazu, wie oft die Leute das Wort
benutzen. Eigentlich sind wir ja auch mit auf dieser Seite,
denn wir benutzen "Revolution" ja
auch in unserem Albumtitel. Deswegen haben wir dann auch eine
kleine Literaturliste in das Cover aufgenommen mit Büchern und Websites,
die vielleicht von Wert sein könnten für die Leute. So in der
Art: Wenn du diese CD kaufst, dann solltest du auch folgende
Sachen lesen.
Punch: Weil es zwei Seiten von einer Band sind?
Rise Against: Genau. Oft fragen mich die Leute, mit welchen
Bands ich groß geworden bin. Ich erzähle lieber welche Bücher
mich beeinflußt haben. Also wenn da draussen jemand ist und meine
Texte verstehen will, dann soll er "1984" von George Orwell
lesen. Das hat mehr damit zu tun, wer ich bin, als irgendwelche
Musik.
Punch: Wie waren bisher die Reaktionen auf eure kritischen
Texte in Amerika?
Rise Against: Oh, wir hatten ein paar Kommentare
wie "Fuck you, god
bless america" oder "Support the troops!". So ist es nunmal.
Es gibt halt viele Leute die sich mehr sorgen um den Stolz
auf Amerika als um die Fakten, patriotische Arschlöcher halt. Wir
haben auf einer Militärbasis in Virginia gespielt und da mussten wir
uns einiges anhören.
Es waren einige Navy-Soldaten anwesend und dann kamen viele
Sprüche
wie "Fuck you!" und sowas. Ich hab nichts gegen die Soldaten,
es geht um den scheiss Krieg, den sie austragen. Nur weil ich
gegen den Krieg bin, habe ich ja nichts gegen deinen Bruder
in der Armee. Also wir
haben schon Kritik abbekommen, aber gleichzeitig auch eine
alternative Meinung vertreten, ich hoffe, die kommt bei den Kids
auch an.
Punch: Hast du dir irgendwann mal sowas gesagt wie: "Hey,
wir haben euch doch schon immer erzählt, dass in diesem Land etwas
falsch läuft!"
Rise Against: Nein, eigentlich nicht. Ich meine, unsere
alten Texte gelten immer noch und obwohl die Texte der neuen Platte vor
dem Krieg
im Irak entstanden sind, gelten sie immer noch.
Punch: Eine
Zeile aus "Black Masks And Gasoline" heisst: "I
have an American Dream, but it involves black masks and gasoline".
Willst du damit sagen, dass du Angst hast, dass es noch schlimmer
wird in Amerika?
Rise Against: Es hat mehr damit zu tun, dass ich Amerika kritisch
gegenüber stehe. Und die Amerikaner sagen: Hey, wieso ziehst du dann
nicht weg, wieso ziehst du nicht einfach nach Deutschland? Warum gehst
du nicht einfach, wenn du es hier so hasst? Es ist aber nicht so, dass
ich es hasse in Amerika zu sein. Ich bin mir nur sicher, dass dieses Land
ein großes Potenzial hat. Ich liebe dieses Land und ich liebe auch,
was es ist. Und deswegen hasse ich die Sachen, die im Moment passieren.
Ich hasse es, Leute wie George Bush an der Macht zu sehen. Ich hasse es,
uns in den Krieg ziehen zu sehen, weil es dumm ist. Ich glaube, dass der
amerikanische Traum immer noch möglich ist, aber viel hängt davon
ab, von neuem anzufangen. Und "Black masks and gasoline" bezieht
sich auf die Idee, alles nieder zu brennen und neu anzufangen.
Punch: Glaubst du, dass Musik Revolutionen hervorrufen kann? Ist Rise Against
eine Band, die mit einer Show einen Aufstand auslösen könnten?
Rise Against: Ich bezweifle, dass wir das könnten.
Und Musik insgesamt wohl auch nicht. Musik kann Leute inspirieren, Änderungen
in ihrem Leben vorzunehmen. Aber von selber geht das durch
Musik nicht. Der Unterschied
ist, dass man vielleicht etwas von einer CD oder einer Show
mitnimmt, aber du es dann erst in dein Privatleben einbaust.
Die Musik ist nur ein einfacher
Weg, um die Leute anzusprechen. Und wenn ich die Möglichkeit habe
heute abend vor tausend Leuten mit einem Mikrofon in der Hand
zu stehen, dann spreche rede ich lieber über wichtige Sachen als über
Party, Drogen und Frauen.
Punch: Warum spielst du die Musik,
die du mit Rise Against machst, also Hardcore oder Punkrock
oder wie man es nennen will? Gab es einen bestimmten
Punkt in deinem Leben, an dem du gegen deine Eltern oder gegen
die Schule rebelliert hast oder anders sein wolltest als die
anderen Kids in der Schule?
Rise Against: Ich hatte als Kind schon immer viel Energie,
und ich hatte immer schon Probleme mit Autorität. Ich hab gesehen,
wie die Dinge in der Welt laufen und dachte mir, dass es einen
besseren Weg
geben muss. Ich mochte die "right in your face" Art und den Ellenbogencharakter
von Hardcore. Es hatte all die Energie in der Musik und in
den Liveshows. Das
ist der Grund, warum ich diese Musik
mehr mochte als die anderen Musikstile.
Punch: Also kein großer Bruder,
der dir irgendwelche neuen Bands gezeigt hat?
Rise Against: Doch schon, wir sind aufgewachsen und dann
hatten plötzlich Freunde Mixtapes mit Social Distortion, Screaching
Weasel, Fugazi und später Bands wie Black Flag.
Punch: So, kommen wir
zu letzten Frage. Was ist "The Killing Tree"?
Ein anderes Projekt von dir wo du singst?
Rise Against: Ja, einfach nur ich und ein paar Freunde. Wir
leben zusammen in einem Haus und wenn wir frei haben, dann
schreiben wir Songs. Es ist sehr verschieden von Rise Against und nichts,
was irgendwie
in Konflikt mit der Band kommen könnte.
Punch: Okay,
dann vielen Dank für das Interview!
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