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Morgens brav, abends Hardcore
Rise Against haben im April eine wirkliche gute neue Platte vorgelegt. "Revolutions Per Minute" bietet eine wuchtige Mischung aus Punkrock und Hardcore und konnte damit sogar mich als Gegner von zuviel angestrengtem Wutgeschnaube überzeugen. Deswegen wollte ich doch mal wissen, wie man mit einer derartigen emotionalen Musik in seiner Freizeit umgeht und was einen dazu bringt, ein solches energiegeladenes Album einzuspielen. Sänger Tim stand zur Verfügung und machte merkwürdigerweise einen völlig ruhigen, gutgelaunten und gar nicht wütenden Eindruck und entpuppte sich als angenehmer Gesprächspartner, dem man so einiges über Touren, Revolutionen und Politik aus der Nase ziehen konnte. !

Story BildPunch: Ich hab ein Interview mit euch gelesen, wo ihr über eine frühere Tour mit den Mad Caddies gesagt habt, dass ihr eigentlich musikalisch nicht so zusammen passt, aber das es trotzdem cool war zusammen auf Tour. Wie sieht es denn jetzt mit drei stylistisch verschiedenen Bands auf der Fat Package Tour aus?
Rise Against: Oh es klappt sehr gut. Die Bands sind ja auch nicht so sehr verschieden. Wenn die Tour einen bestimmten Style als Thema gehabt hätte, dann würden wir nicht so gut reinpassen. Aber so macht es sehr viel Spaß. Es gibt eine Menge verschiedene Leute und verschiedene Musik, die Show ist also breit gefächert. Die Flipsides sind eine Rock'Roll Band, die Lawrence Arms sind eine tolle Punkband, wir machen aggressive Musik und die Caddies sind einfach nur "Fun". Wir haben eine großartige Zeit.

Punch: Es gab im letzten Jahr Änderungen im LineUp von Rise Against. Kannst du das kurz beschreiben?
Rise Against: Ja, in den letzten Jahren. Wir haben jetzt unseren dritten Gitarristen. Unser neuer Gitarrist heisst Todd und ist seit letztem Sommer bei der Strung Out Tour dabei und es klappt gut. Er bringt einen ganz neuen Aspekt in die Band ein. Er war bei der neuen Platte dabei, hat mitgeholfen sie zu schreiben und sie aufzunehmen.

Punch: Du spielst auf dem neuen Album jetzt auch Gitarre. Wie kam das und welchen Einfluß hatte das auf das Songwrtiting, die Aufnahme und wenn ihr live spielt?
Rise Against: Es hatte großen Einfluß, vorher waren wir auf eine Gitarre beschränkt und hatten auch nur Passagen für eine Gitarre in den Songs. Als wir angefangen haben Songs für das Album zu schreiben, habe ich Gitarre gespielt, um Ideen auszuprobieren. Und als wir das gemacht haben, haben wir gemerkt, dass wir mit zwei Gitarren wesentlich mehr machen können, also verschiedene Teile einbauen mit mehreren Gitarrenparts und das haben wir dann auch gemacht. Für Rise Against ist es sehr wichtig, dass ich als Frontmann nur singe, weil ich mit dem Publikum kommunizieren kann und mir das auch sehr viel Spaß macht und dem Publikum hoffentlich auch. Bei Liveshows wollen wir das auch so beibehalten, damit ich auch weiterhin das Mikro jemandem vor das Gesicht halten kann und der dann mitschreit. Und ich will halt auch sicher sein, dass ich mich auf der Bühne bewegen kann. Aber für den Sound werde ich einfach bei ein paar Songs die Gitarre in die Hand nehmen und das ein bisschen in das Set mit einbauen. Ich werde aber wohl nie die ganze Zeit Gitarre spielen.

Story BildPunch: Ihr habt auch nie dran gedacht, einen zweiten Gitarristen mit in die Band zu holen?
Rise Against: Das ist nicht nötig, wir haben so viele Songs wo wir keine zweite Gitarre brauchen. Meist spielt sie denselben Part wie die andere Gitarre. Ich mag uns als "Four-Piece". Wenn du mehr als vier Leute hast, dann wird es ein bisschen crazy.

Punch: "Revolutions Per Minute" hört sich sehr kompakt an, jeder Song passt perfekt in den nächsten. Habt ihr alle Songs in einer Session geschrieben oder ging es Schritt für Schritt?
Rise Against: Ein paar Songs sind zu unterschiedlichen Zeiten entstanden. Für diese Platte haben wir lange gebraucht, weil wir so viel getoured sind. Wir hatten so viel zu tun nachdem "The Unravelling" rauskam, wir waren zwei Jahre fast ununterbrochen auf Tour. Die Songs kamen Stück für Stück zusammen, wir haben sie bei Soundchecks und in Hotelzimmern und unterwegs geschrieben. Es war also doch eine lange Zeitspanne. Diese CD ist mehr gemeinsam entstanden als das letzte Album. Es gibt viel Musik, die Joe geschrieben hat, aber auch eine Menge, die ich geschrieben hab, so dass man praktisch zwei verschiedene Musiktypen hat. Und dann ist es natürlich cool, wenn bei dir der Eindruck entsteht, dass alles ineinander passt, das hatten wir gehofft. Aber das war so nicht ausdrücklich geplant, es ist einfach so passiert.

Punch: Musst du dich in eine agressive Stimmung bringen, um dann auf die Bühne zu gehen und eure Songs zu präsentieren?
Rise Against: Nein, eigentlich nicht. Es geht auch weniger um Wut als um Enthusiasmus und Aufgeregtheit, da zu sein wo man ist. Es ist die Energie, die das Publikum mir gibt wenn ich auf der Bühne bin, damit ich das machen kann, was ich auf der Bühne mache. Ich bin eigentlich tagsüber eine sehr relaxte Person, egal ob vor oder nach der Show, aber wenn ich auf der Bühne bin dann macht es "Klick" und genau dafür stehen wir da ja auch. Dafür haben wir eigentlich schon immer gearbeitet, ich wollte in einer Band spielen seitdem ich 15 war. Und wenn du da oben stehst, dann kommt das alles hoch und du realisierst die Situation. Also bei mir macht es dann einfach "klick".

Story BildPunch: Jede Nacht?
Rise Against: Ohja, jede Nacht. Ich wärme mich ein bisschen auf und so, aber dann kommst du auf die Bühne und los gehts. Aber das liegt auch an der Musik. Alle Ereignisse, über die ich in unseren Texten singe und in denen es um Zeiten geht, in denen etwas in meinem Leben passiert ist, die erlebe ich dann auf der Bühne noch einmal. Die kommen dann noch einmal hoch und das kann man auch nicht ändern.

Punch: Genau das meinte ich. Ist es für dich schwer, jede Nacht dieselben Gefühle zu durchleben, die du beim Schreiben der Texte hattest?
Rise Against: Ich sehe das mehr als eine Erinnerung. So in der Art "Hey, denk doch mal an das was da in deinem Leben passiert ist", so ähnlich wie ein Tagebucheintrag. Es kann manchmal etwas trostlos sein, das jede Nacht durchzumachen. Manchmal singe ich auch und es ist mir zunächst nicht so wichtig, aber wenn ich dann sehe, dass jemand mitsingt, dann merke ich, dass die Worte die ich gewählt habe, jemanden wirklich angesprochen haben. Und dann merke ich wiederum, was diese Worte mir bedeuten. Ich mag diese Interaktion, es ist ziemlich wichtig für mich.

Punch: Ich hab mal ein Interview mit Rage Against The Machine gelesen, bei dem der der Sänger gesagt hat, dass er nicht so viel Shows spielen könnte, weil er sich nicht jeden Abend in diese spezielle "Rage-Stimmung" versetzen wollte.
Rise Against: Interessant. Ja, wer weiss, die haben auch schon wesentlich mehr Shows gespielt als wir. Vielleicht erreiche ich auch mal den Punkt, aber ich hoffe nicht. Aber es geht eigentlich nur darum seine Balance zu finden, die Zeit auf Tour vernünftig zu nutzen. Ich weiss, wie ich nach einer Show wieder runterkomme und mich entspannen kann. Ich habe meine Auszeit wenn ich von der Bühne runter bin, und das ist auch wichtig.

Story BildPunch: Wie waren bisher die Reaktionen auf die neuen Songs während der "Fat Package Tour"?
Rise Against: Bisher waren die Reaktionen großartig, fast besser als bei der letzten Platte. Europa ist die erste Tour mit der neuen Platte, wir waren in Amerika noch nicht wieder unterwegs seitdem die neue CD raus ist, bis auf ein oder zwei Auftritte. Also sind das die ersten Reaktionen und die sind bisher unglaublich. Es scheint so, als würde die Platte ein Menge Kids zu den Shows bringen, die uns vorher nicht kannten. Die neuen Songs bekommen fast mehr positive Reaktionen als die alten, was eigentlich nicht üblich ist. Es ist wirklich aufregend und wir sind auch alle sehr aufgeregt wegen des neuen Albums und wir mögen auch das, was dabei rausgekommen ist.

Punch: Was werdet ihr heute Abend als Opener spielen?
Rise Against: Wir werden einen alten Song spielen, "Reception Fades" von der "The Unraveling". Ich mag den Song, weil er direkt richtig losgeht und das ist ziemlich wichtig.

Punch: Ich hatte schon an "Black Masks And Gasoline" gedacht, weil es auch der erste Song auf dem neuen Album ist.
Rise Against: Wir haben ein paar Shows damit begonnen, wir rotieren immer ein wenig mit den Openern und wollen nicht jede Nacht dasselbe machen.

Punch: Im Moment bringt euer Label Fat Wreck eine ganze Reihe neuer Alben heraus und darunter sind Bands wie NOFX, Lagwagon oder auch die Mad Caddies oder Good Riddance. Fühlt man da eine gewisse Konkurrenz oder habt ihr Angst, dass "Revolutions Per Minute" nicht so viel Aufmerksamkeit bekommt wie es sollte?
Rise Against: Ich glaube wir sind alle sehr unterschiedliche Bands, also bin ich da nicht besorgt. Außerdem ist Fat Wreck sehr gut zu uns und sie geben uns den Eindruck, dass wir Priorität haben. Da mach ich mir keine Sorgen. Wenn sie andere Bands auf unsere Kosten bevorzugen würden, dann könnte ich mich aufregen. Aber so habe ich das Gefühl, dass sie alles im Griff haben; sie sind jeden Tag mit uns in Kontakt, sie arbeiten sehr hart und sind genauso aufgeregt über das neue Album wie wir. Fat ist wie eine Familie und ich freue mich wirklich wenn ich sehe, dass es den anderen Bands auf Fat gut geht. Ich freu mich, dass die Caddies Platte gut läuft und es ist gut, dass NOFX eine neue Platte rausbringen. Also ich merke da keine Konkurrenz.

Story BildPunch: Ich hab gelesen, dass Chad Price von ALL ein paar Backing Vocals für die neue Platte eingesungen hat. Stimmt das?
Rise Against: Ja klar, hat er gemacht! Er hat eine großartige Simme und ist ein klasse Typ. Er lebt in Ft. Collins und er hing ein paar Mal bei den Aufnahmen rum und wir dachten uns, es wäre toll, wenn er auf der Platte wär.

Punch: Welcher Song auf dem Album ist deiner Meinung der attraktivste für Leute, die mit "Rise Against" bisher nicht so viel zu tun hatten? Vielleicht "Halfway There"?
Rise Against: Ja, das ist auch einer meiner Lieblingsstücke. "Halfway There" oder "Like The Angel" denke ich. "Halfway There" ist ein sehr andersartiger Song gewesen, als wir ihn geschrieben haben, sehr verschieden und unnormal für uns, aber ein sehr gutes Lied.

Punch: Unterhaltet ihr euch über solche Fragen, wenn die Songs stehen? Also welche Lieder die Kids wohl am meisten mögen werden?
Rise Against: Ja klar, darüber reden wir. Außerdem will das Label, nachdem die Aufnahme beendet ist, wissen, welche Songs wir gerne im Radio hören oder im Fernsehen sehen würden. Wir sollen ihnen dann immer sagen, welcher unser bester Song ist, und das fällt uns unheimlich schwer, weil wir einfach alle Songs lieben und es ist mir auch eigentlich egal, welcher Song jemanden an unsere Band heranführt. "Like The Angel" ist ein Song, wo wir glauben, dass er gut ankommen wird. "Halfway There" aber auch, er ist noch so eine Art "Sleeper", aber er könnte noch ganz gut ankommen.

Punch: Ich hab gehört, dass ihr diesmal auch ein Video gedreht habt?
Rise Against: Ja, haben wir. Aber wir haben das Video für "Heaven Knows" gemacht. Wir dachten, das Lied würde unsere Band besser repräsentieren.

Punch: Ahja, ich hatte im Internet gelesen, dass ihr das Video für "Halfway There" drehen wolltet.
Rise Against: Ja, ich weiss auch nicht, was los war. Die Rede war von entweder "Heaven Knows", "Like The Angel" oder "Halfway There" und am Ende haben wir uns halt so entschieden.

Punch: War das dein erstes Videoshooting?
Rise Against: Ja, war das erste Mal. Der Regisseur war super und "punkrock down to the core", also hatten wir eine super Zeit. Ich weiss, dass das Video in England gespielt wird und zum Teil auch in Amerika. Hoffentlich kann man es hier auch bald sehen. Aber es wird sicherlich auch bald im Internet sein. Es ist allerdings nicht so ein typisches Rockvideo mit heissen Tussis und Dope-rauchenden Typen. Es ist ein gutes Video und es repräsentiert uns glaube ich ganz gut.

Story BildPunch: Themenwechsel. Du hast mal zu deinen Texten gesagt, dass ihr Optimismus austrahlen wollt und auch gar nicht so politisch daher kommt wie z.B. Anti-Flag oder Propaghandi. Hat sich das mit dem neuen Album geändert, denn die aktuellen Lyrics sind doch stark politisch gefärbt?
Rise Against: Na klar sind ein paar Texte politisch. Eigentlich beruhen unsere bisherigen Texte alle auf Beobachtung der Dinge, die so um mich herum passieren, also das tägliche Leben insgesamt. Und in Amerika ging es nunmal in den letzten Jahren sehr viel um Politik. Es gab den 11. September, den Krieg in Afghanistan und den Krieg im Irak. Ich hab die Texte in einer Zeit geschrieben, wo man nichts ändern kann, aber du kannst deine Beobachtungen machen und dann darüber und über deine Gefühle schreiben. Wir haben jetzt kein spezielles Programm, aber was wir haben ist folgendes: Ich bin ein ganz normaler Typ. Ich lebe in Chicago und da lese ich jeden Tag die Zeitung oder gucke die Nachrichten und dann sehe ich was ich mag und was ich nicht mag. Und das ist es eigentlich schon, nämlich meine eigene Reaktion auf die Welt da draussen. Und ich nehme für mich auch nicht in Anspruch, dass ich derjenige bin, der die Welt aus diesem verrückten Kram führt.

Punch: Der Titel "Revolutions Per Minute" hört sich ziemlich aggressiv an, besonders wenn man sich das Artwork auf dem Cover dazu ansieht. Wer hatte die Idee dazu?
Rise Against: Das war ein Freund, der Mike Jackson heisst und aus Santiago kommt. Er macht gute Arbeit und designed auch unsere T-Shirts und sowas. Ich hab ihm von der neuen Platte erzählt und bei seiner Idee hat es klick gemacht und wir dachten uns, dass das Cover ganz cool sein könnte. Der Albumtitel ist vor allem ein Wortspiel. Es soll ein Kommentar sein. Es geht darum, dass Punkrock dich jede Minute davon überzeugen will, dass es eine Revolution gibt. Und wenn du das dauernd hörst, dann verliert es seine Bedeutung und den Wert. Es ist ein Totschlagargument. Es ist also ein Kommentar dazu, wie oft die Leute das Wort benutzen. Eigentlich sind wir ja auch mit auf dieser Seite, denn wir benutzen "Revolution" ja auch in unserem Albumtitel. Deswegen haben wir dann auch eine kleine Literaturliste in das Cover aufgenommen mit Büchern und Websites, die vielleicht von Wert sein könnten für die Leute. So in der Art: Wenn du diese CD kaufst, dann solltest du auch folgende Sachen lesen.

Punch: Weil es zwei Seiten von einer Band sind?
Rise Against: Genau. Oft fragen mich die Leute, mit welchen Bands ich groß geworden bin. Ich erzähle lieber welche Bücher mich beeinflußt haben. Also wenn da draussen jemand ist und meine Texte verstehen will, dann soll er "1984" von George Orwell lesen. Das hat mehr damit zu tun, wer ich bin, als irgendwelche Musik.

Story BildPunch: Wie waren bisher die Reaktionen auf eure kritischen Texte in Amerika?
Rise Against: Oh, wir hatten ein paar Kommentare wie "Fuck you, god bless america" oder "Support the troops!". So ist es nunmal. Es gibt halt viele Leute die sich mehr sorgen um den Stolz auf Amerika als um die Fakten, patriotische Arschlöcher halt. Wir haben auf einer Militärbasis in Virginia gespielt und da mussten wir uns einiges anhören. Es waren einige Navy-Soldaten anwesend und dann kamen viele Sprüche wie "Fuck you!" und sowas. Ich hab nichts gegen die Soldaten, es geht um den scheiss Krieg, den sie austragen. Nur weil ich gegen den Krieg bin, habe ich ja nichts gegen deinen Bruder in der Armee. Also wir haben schon Kritik abbekommen, aber gleichzeitig auch eine alternative Meinung vertreten, ich hoffe, die kommt bei den Kids auch an.

Punch: Hast du dir irgendwann mal sowas gesagt wie: "Hey, wir haben euch doch schon immer erzählt, dass in diesem Land etwas falsch läuft!"
Rise Against: Nein, eigentlich nicht. Ich meine, unsere alten Texte gelten immer noch und obwohl die Texte der neuen Platte vor dem Krieg im Irak entstanden sind, gelten sie immer noch.

Punch: Eine Zeile aus "Black Masks And Gasoline" heisst: "I have an American Dream, but it involves black masks and gasoline". Willst du damit sagen, dass du Angst hast, dass es noch schlimmer wird in Amerika?
Rise Against: Es hat mehr damit zu tun, dass ich Amerika kritisch gegenüber stehe. Und die Amerikaner sagen: Hey, wieso ziehst du dann nicht weg, wieso ziehst du nicht einfach nach Deutschland? Warum gehst du nicht einfach, wenn du es hier so hasst? Es ist aber nicht so, dass ich es hasse in Amerika zu sein. Ich bin mir nur sicher, dass dieses Land ein großes Potenzial hat. Ich liebe dieses Land und ich liebe auch, was es ist. Und deswegen hasse ich die Sachen, die im Moment passieren. Ich hasse es, Leute wie George Bush an der Macht zu sehen. Ich hasse es, uns in den Krieg ziehen zu sehen, weil es dumm ist. Ich glaube, dass der amerikanische Traum immer noch möglich ist, aber viel hängt davon ab, von neuem anzufangen. Und "Black masks and gasoline" bezieht sich auf die Idee, alles nieder zu brennen und neu anzufangen.

Story BildPunch: Glaubst du, dass Musik Revolutionen hervorrufen kann? Ist Rise Against eine Band, die mit einer Show einen Aufstand auslösen könnten?
Rise Against: Ich bezweifle, dass wir das könnten. Und Musik insgesamt wohl auch nicht. Musik kann Leute inspirieren, Änderungen in ihrem Leben vorzunehmen. Aber von selber geht das durch Musik nicht. Der Unterschied ist, dass man vielleicht etwas von einer CD oder einer Show mitnimmt, aber du es dann erst in dein Privatleben einbaust. Die Musik ist nur ein einfacher Weg, um die Leute anzusprechen. Und wenn ich die Möglichkeit habe heute abend vor tausend Leuten mit einem Mikrofon in der Hand zu stehen, dann spreche rede ich lieber über wichtige Sachen als über Party, Drogen und Frauen.

Punch: Warum spielst du die Musik, die du mit Rise Against machst, also Hardcore oder Punkrock oder wie man es nennen will? Gab es einen bestimmten Punkt in deinem Leben, an dem du gegen deine Eltern oder gegen die Schule rebelliert hast oder anders sein wolltest als die anderen Kids in der Schule?
Rise Against: Ich hatte als Kind schon immer viel Energie, und ich hatte immer schon Probleme mit Autorität. Ich hab gesehen, wie die Dinge in der Welt laufen und dachte mir, dass es einen besseren Weg geben muss. Ich mochte die "right in your face" Art und den Ellenbogencharakter von Hardcore. Es hatte all die Energie in der Musik und in den Liveshows. Das ist der Grund, warum ich diese Musik mehr mochte als die anderen Musikstile.

Punch: Also kein großer Bruder, der dir irgendwelche neuen Bands gezeigt hat?
Rise Against: Doch schon, wir sind aufgewachsen und dann hatten plötzlich Freunde Mixtapes mit Social Distortion, Screaching Weasel, Fugazi und später Bands wie Black Flag.

Punch: So, kommen wir zu letzten Frage. Was ist "The Killing Tree"? Ein anderes Projekt von dir wo du singst?
Rise Against: Ja, einfach nur ich und ein paar Freunde. Wir leben zusammen in einem Haus und wenn wir frei haben, dann schreiben wir Songs. Es ist sehr verschieden von Rise Against und nichts, was irgendwie in Konflikt mit der Band kommen könnte.

Punch: Okay, dann vielen Dank für das Interview!



meyer@punch-fanzine.de
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Externe Links:
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www.riseagainst.com
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CD Review:
Rise Against: "Revolutions Per Minute"
CD Review:
Rise Against: "The Unraveling" (Re-Issue)
Live Review:
Fat Package Tour: Köln, Live Music Hall 06.05.2003