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Punch: Ja ihr seid hier relativ unbekannt, man weiss nicht
so viel über euch,
erzählt mal was über eure Band, wie fing alles an, seit wann gibt
es euch?
L.A.: Chris und ich sind seit langem Freund
und haben schon viele Jahre in
verschiedenen Bands gespielt. Irgendwann kam uns die Idee mit
Lawrence Arms
und wir haben die Band zusammengestellt, eigentlich nur so
als Partyband,
aber irgendwann hatten wir unseren ersten Plattenvertrag und
haben dann den
Vertrag von FatWreck angeboten bekommen.
Punch: Also ihr
habt Euch nicht für einen Vertrag
mit FatWreck Chords beworben?
L.A.: Genau, Fat Mike hat uns angerufen. Wir haben uns
nie darum gekümmert aber
wir haben ja auch so Erfolg gehabt.
Punch: Ihr seid aus Chicago. Wie sieht dort die Szene
aus? Gibt es viele Bands?
L.A.: So viele, es ist lächerlich! Quasi
jeden Tag gibts fünf neue
Bands!
Punch: Sind diese Bands konstant dabei oder verschwinden
sie so schnell wie sie
gekommen sind?
L.A.: Wir haben null Ahnung, weil wir ständig
am touren sind, darum haben wie all
diese Bands nicht gesehen.
Aber so wie wir gehört haben machen die ihre Sache recht
gut, wobei es aber
nur einen Kern von Bands gibt die zur Punkszene wirklich dazu
gehören, der
Rest macht oft sein eigenes Ding.
Punch: Wie
lange seid ihr denn jetzt auf Tour ?
L.A.: Seit Jahren, wir sind seit Jahren auf Tour! Mit
Lawrence Arms sind wir ziemlich viel am touren, dafür haben wir auch
schon eine ganze Menge von der Welt
gesehen. Insgesamt sind wir nur 3 Monate im Jahr zuhause in
Chicago, den
Rest der Zeit verbringen wir irgendwo auf der Welt beim Touren.
Punch: Wie
würdet ihr die Musik beschreiben die
ihr macht? Und wie würdet
ihr den Stil nennen, also welchem Genre ordnet ihr das ganze
zu?
L.A.: Ganz
einfach Rock´n Roll . Gitarre Bass Drums
und Gesang.
Punch: Also
ihr würdet es nicht in erster Linie Punkrock nennen?
L.A.: Nun
ja , Dude, das ist Punkrock, aber natürlich
eine spezielle Auslegung
von Punkrock. Ich mein jede Punkband spielt Punk ein bisschen
anders, und unser
Punk ist eher von der Rock´n Roll Seite her beeinflusst. Deine
Vorstellung
von Punk ist vielleicht eine andere als meine aber beides
ist Rock´n Roll.
Punch: Und welche Musik hat euch
beeinflust, was hört
ihr?
L.A.: Also
die Melvins zum Beispiel, allgemein dieser ganze indie Kram
hat uns beeinflusst, wir spielen ja eine stellenweise langsame
und melodiöse Musik.
Gleichzeitg hören wir auch Bands der härteren Gangart, wie
Rise Against. Das
ist ne saugeile Band! Allerdings sehen wir die derzeitig so
oft, dass wir es
im Moment nicht nötig haben, uns die Scheibe in den Player zu werfen.
Allgemein gibt es im Moment nicht so viele neue Musikstile,
nicht so viele Bands die
etwas Neues ausprobieren. Punkrock ist dabei aber eine nützliche Sache,
wenn
es darum geht mit anderen Stilen zu kombinieren und neue Musikstile
zu
kreieren. Daher kann man Punkrock den Haupteinfluss nennen,
den wir dann um einige
Indie Elemente bereichert haben.
Punch: Was haltet ihr
von der Tendenz, das der Punk immer öfter kommerziell
wird,
bsp. Blink 182 oder Sum 41?
L.A.: Da sind wir vor zwei Jahren auch
beinahe reingeraten, als wir in den USA
eine Tour mit Bands gemacht haben, die sozusagen Punkrock-Boybands
waren. Sie
waren gecastet, spielten aber angenehmen Punkrock, und bei
den Shows standen
Massen von kreischenden Mädchen vor der Bühne. Die Jungs waren
ein Produkt der
Plattenindustrie, klarer Fall. Ein Gruppe von Kids, die stylisch
gekleidet
waren, Skateschuhe trugen und einfach cool daherkamen.Wenn
dann die Show
losging schauten die 13-14 jährigen Mädchen zu uns hoch und dachten
was sind denn
das für verrückte alte Typen? Das ist auch ein Grund warum wir
unseren
Musikstil grade nicht als Punkrock sondern als Rock'n Roll
bezeichnet haben. Mit
dem Mainstream Punkrock haben wir nichts zu tun.
Punch: Sind
die Shows hier und in Amerika unterschiedlich?
L.A.: Ja!
Wenn du hier ne Show spielst gibt es kaltes Bier, es gibt sogar
Catering und funktionierende Duschen. In Amerika is das nicht
so. Dort lebt man die
ganze Zeit von Taco Bell und die Locations sind derbe abgefuckt.
Man kümmert
sich hier mehr um die Leute.
Punch: Woran liegt das meinst du das Punk hier einen
anderen Status hat als in Amerika, vielleicht akzeptierter ist?
L.A.: Keine Ahnung. Aber auch die Kids sind
hier anders. In Amerika wollen alle
immer besser sein, cooler gekleidet und so weiter. Es kommt
mir vor als wär das
in Europa nicht so! Die Kids in Amerika kümmen sich,
natürlich nicht alle,
aber viele, gar nicht um Punkrock und das was dahintersteht,
sondern oft nur um
die Coolness die damit zusammenhängt.
Punch: Ist
es eigentlich ein komisches Gefühl älter
zu werden, während
die
Konzertbesucher mehrheitlich jünger sind und das Durchschnittsalter
auch nicht
steigt?
L.A.: Als ich anfing war ich mit 14 Jahren
der Jüngste. Das
ist lustig denn damals
waren die Leute bei unseren Shows immer älter als ich.
Das hat sich jetzt
geändert, aber es ist genauso normal jetzt älter
zu sein, wie es damals normal
war jünger zu sein. Ich kümmere mich nicht darum,
es geht um die Musik, und
die hab ich als 14 Jähriger aus dem gleichen Grund gemacht,
wie jetzt. Weil sie
mir Spass macht.
Punch: Woher kommt eigentlich
der Name Lawrence Arms?
L.A.: Wir
sind in dem gleichen Wohnblock gross geworden, und der hiess Lawrence
Arms.
Da dachten wir uns: Okay, so nennen wir uns.
Punch: Wann gibt´s mal wieder ein neues
Album von Euch? Ist da irgendwas in
Planung?
L.A.: Ja wenn wir im Herbst wieder
Tourpause machen gehen wir wieder ins Studio.
Die Songs haben wir schon weitestgehend fertig. Der Titel des
Albums steht
noch nicht fest, wir werden aber einige der neuen Songs heute
Abend und auf der
Tour noch zum besten geben.
Punch: Punkrock
bedeutet ja mehr als nur Musik, da hinter steht ja auch ein
Lebensstil und eine oftmals kritische Einstellung. Wie ist
es unter den derzeitigen
politischen Umständen in den USA, Punk zu sein und das auch zu zeigen?
Gabs
da mitunter auch schon mal Probleme mit anderen Amerikanern
oder der Polizei?
L.A.: Ja das Problem das wir haben in Amerika ist George
Bush! Er ist Dreck. Wenn
wir hier in Europa unterwegs sind müssen wir uns ständig rechtfertigen, "nein
ich bin nicht ein völlig bekloppter Arsch auch wenn ich Amerikaner
bin".
Ich
würde viel lieber sagen "Ja! Ich bin ein Amerikaner". Ich
bin auf jeden Fall
absolut amerikanisch aufgewachsen, wir alle. und ich mag mein
Land, es gibt
genug Amerikaner die sehr schlau und sehr cool sind, und die
den ganzen
Propaganda Bullshit nicht glauben, fuck the media, aber da
sind auch dermassen
viele Idioten, die ihre Informationen aus einer Handvoll Fernsehkanäle
ins
Gehirn geblasen bekommen und einfach nicht raffen, was wirklich
los ist.
Ich habe einen Aufnäher mit der Aufschrift "Fuck Bush" und
den trage ich
immer hier an meinem Mantel, sodass man ihn sehen kann. Ich
ernte dafür einige
merkwürdige Blicke von den Bullen und anderen, aber das krasseste
ist, dass
ich in den meisten arabischen Lebensmittelläden in unserem Viertel
umsonst
einkaufen kann, und ständig umsonst Taxi mit Arab-Amerikanern fahren
kann. Das
zeigt doch eigentlich am meisten wie gross die Angst vor Diskriminierung
und
Verfolgung unter Minderheiten ist. Das ist schon komisch wie
den Leuten Angst gemacht wird die gesamte
Bevölkerung wird eingeschüchtert: SARS, Irak- Krieg, Biowaffen, Terror!
So hält man
sich die Bevölkerung an der kurzen Leine.
Es gäbe noch viel dazu zu sagen aber das würde den Rahmen sprengen!
Punch: Gut! Dann lasst und doch jetzt erstmal einen kiffen!
L.A.: Wir waren zwar gestern in Amsterdam und haben da auch schon ganz
gut was weggehauen, aber gerne!
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