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Fat Package Tour in Köln! Mad Caddies, Lawrence Arms und Rise Against in der Live Music Hall! Das hiess für uns drei Bands = drei Interviews. Und so haben wir uns Backstage eine stille Ecke unweit des Kühlschrankes gesucht, und interviewt, was uns vor das Mikro lief. Hier ist das erste Interview, mit Lawrence Arms, und einigem frisch gekühltem Bier, der Marke "1936" oder so, ne, "1396" oder "1693"... na darum geht´s hier ja ohnehin nicht!
Story Bild Punch: Ja ihr seid hier relativ unbekannt, man weiss nicht so viel über euch, erzählt mal was über eure Band, wie fing alles an, seit wann gibt es euch?
L.A.: Chris und ich sind seit langem Freund und haben schon viele Jahre in verschiedenen Bands gespielt. Irgendwann kam uns die Idee mit Lawrence Arms und wir haben die Band zusammengestellt, eigentlich nur so als Partyband, aber irgendwann hatten wir unseren ersten Plattenvertrag und haben dann den Vertrag von FatWreck angeboten bekommen.

Punch: Also ihr habt Euch nicht für einen Vertrag mit FatWreck Chords beworben?
L.A.: Genau, Fat Mike hat uns angerufen. Wir haben uns nie darum gekümmert aber wir haben ja auch so Erfolg gehabt.

Punch: Ihr seid aus Chicago. Wie sieht dort die Szene aus? Gibt es viele Bands?
L.A.: So viele, es ist lächerlich! Quasi jeden Tag gibts fünf neue Bands!

Punch: Sind diese Bands konstant dabei oder verschwinden sie so schnell wie sie gekommen sind?
L.A.: Wir haben null Ahnung, weil wir ständig am touren sind, darum haben wie all diese Bands nicht gesehen. Aber so wie wir gehört haben machen die ihre Sache recht gut, wobei es aber nur einen Kern von Bands gibt die zur Punkszene wirklich dazu gehören, der Rest macht oft sein eigenes Ding.

Story BildPunch: Wie lange seid ihr denn jetzt auf Tour ?
L.A.: Seit Jahren, wir sind seit Jahren auf Tour! Mit Lawrence Arms sind wir ziemlich viel am touren, dafür haben wir auch schon eine ganze Menge von der Welt gesehen. Insgesamt sind wir nur 3 Monate im Jahr zuhause in Chicago, den Rest der Zeit verbringen wir irgendwo auf der Welt beim Touren.

Punch: Wie würdet ihr die Musik beschreiben die ihr macht? Und wie würdet ihr den Stil nennen, also welchem Genre ordnet ihr das ganze zu?
L.A.: Ganz einfach Rock´n Roll . Gitarre Bass Drums und Gesang.

Punch: Also ihr würdet es nicht in erster Linie Punkrock nennen?
L.A.: Nun ja , Dude, das ist Punkrock, aber natürlich eine spezielle Auslegung von Punkrock. Ich mein jede Punkband spielt Punk ein bisschen anders, und unser Punk ist eher von der Rock´n Roll Seite her beeinflusst. Deine Vorstellung von Punk ist vielleicht eine andere als meine aber beides ist Rock´n Roll.

Punch: Und welche Musik hat euch beeinflust, was hört ihr?
L.A.: Also die Melvins zum Beispiel, allgemein dieser ganze indie Kram hat uns beeinflusst, wir spielen ja eine stellenweise langsame und melodiöse Musik. Gleichzeitg hören wir auch Bands der härteren Gangart, wie Rise Against. Das ist ne saugeile Band! Allerdings sehen wir die derzeitig so oft, dass wir es im Moment nicht nötig haben, uns die Scheibe in den Player zu werfen. Allgemein gibt es im Moment nicht so viele neue Musikstile, nicht so viele Bands die etwas Neues ausprobieren. Punkrock ist dabei aber eine nützliche Sache, wenn es darum geht mit anderen Stilen zu kombinieren und neue Musikstile zu
kreieren. Daher kann man Punkrock den Haupteinfluss nennen, den wir dann um einige Indie Elemente bereichert haben.

Story BildPunch: Was haltet ihr von der Tendenz, das der Punk immer öfter kommerziell wird, bsp. Blink 182 oder Sum 41?
L.A.: Da sind wir vor zwei Jahren auch beinahe reingeraten, als wir in den USA eine Tour mit Bands gemacht haben, die sozusagen Punkrock-Boybands waren. Sie waren gecastet, spielten aber angenehmen Punkrock, und bei den Shows standen Massen von kreischenden Mädchen vor der Bühne. Die Jungs waren ein Produkt der Plattenindustrie, klarer Fall. Ein Gruppe von Kids, die stylisch gekleidet waren, Skateschuhe trugen und einfach cool daherkamen.Wenn dann die Show losging schauten die 13-14 jährigen Mädchen zu uns hoch und dachten was sind denn das für verrückte alte Typen? Das ist auch ein Grund warum wir unseren Musikstil grade nicht als Punkrock sondern als Rock'n Roll bezeichnet haben. Mit dem Mainstream Punkrock haben wir nichts zu tun.

Punch: Sind die Shows hier und in Amerika unterschiedlich?
L.A.: Ja! Wenn du hier ne Show spielst gibt es kaltes Bier, es gibt sogar Catering und funktionierende Duschen. In Amerika is das nicht so. Dort lebt man die ganze Zeit von Taco Bell und die Locations sind derbe abgefuckt. Man kümmert sich hier mehr um die Leute.

Punch: Woran liegt das meinst du das Punk hier einen anderen Status hat als in Amerika, vielleicht akzeptierter ist?
L.A.: Keine Ahnung. Aber auch die Kids sind hier anders. In Amerika wollen alle immer besser sein, cooler gekleidet und so weiter. Es kommt mir vor als wär das in Europa nicht so! Die Kids in Amerika kümmen sich, natürlich nicht alle, aber viele, gar nicht um Punkrock und das was dahintersteht, sondern oft nur um die Coolness die damit zusammenhängt.

Story BildPunch: Ist es eigentlich ein komisches Gefühl älter zu werden, während die Konzertbesucher mehrheitlich jünger sind und das Durchschnittsalter auch nicht steigt?
L.A.: Als ich anfing war ich mit 14 Jahren der Jüngste. Das ist lustig denn damals waren die Leute bei unseren Shows immer älter als ich. Das hat sich jetzt geändert, aber es ist genauso normal jetzt älter zu sein, wie es damals normal war jünger zu sein. Ich kümmere mich nicht darum, es geht um die Musik, und die hab ich als 14 Jähriger aus dem gleichen Grund gemacht, wie jetzt. Weil sie mir Spass macht.

Punch: Woher kommt eigentlich der Name Lawrence Arms?
L.A.: Wir sind in dem gleichen Wohnblock gross geworden, und der hiess Lawrence Arms. Da dachten wir uns: Okay, so nennen wir uns.

Punch: Wann gibt´s mal wieder ein neues Album von Euch? Ist da irgendwas in Planung?
L.A.: Ja wenn wir im Herbst wieder Tourpause machen gehen wir wieder ins Studio. Die Songs haben wir schon weitestgehend fertig. Der Titel des Albums steht noch nicht fest, wir werden aber einige der neuen Songs heute Abend und auf der Tour noch zum besten geben.

Story BildPunch: Punkrock bedeutet ja mehr als nur Musik, da hinter steht ja auch ein Lebensstil und eine oftmals kritische Einstellung. Wie ist es unter den derzeitigen politischen Umständen in den USA, Punk zu sein und das auch zu zeigen? Gabs da mitunter auch schon mal Probleme mit anderen Amerikanern oder der Polizei?
L.A.: Ja das Problem das wir haben in Amerika ist George Bush! Er ist Dreck. Wenn wir hier in Europa unterwegs sind müssen wir uns ständig rechtfertigen, "nein ich bin nicht ein völlig bekloppter Arsch auch wenn ich Amerikaner bin". Ich würde viel lieber sagen "Ja! Ich bin ein Amerikaner". Ich bin auf jeden Fall absolut amerikanisch aufgewachsen, wir alle. und ich mag mein Land, es gibt genug Amerikaner die sehr schlau und sehr cool sind, und die den ganzen Propaganda Bullshit nicht glauben, fuck the media, aber da sind auch dermassen viele Idioten, die ihre Informationen aus einer Handvoll Fernsehkanäle ins Gehirn geblasen bekommen und einfach nicht raffen, was wirklich los ist. Ich habe einen Aufnäher mit der Aufschrift "Fuck Bush" und den trage ich immer hier an meinem Mantel, sodass man ihn sehen kann. Ich ernte dafür einige merkwürdige Blicke von den Bullen und anderen, aber das krasseste ist, dass ich in den meisten arabischen Lebensmittelläden in unserem Viertel umsonst einkaufen kann, und ständig umsonst Taxi mit Arab-Amerikanern fahren kann. Das zeigt doch eigentlich am meisten wie gross die Angst vor Diskriminierung und Verfolgung unter Minderheiten ist. Das ist schon komisch wie den Leuten Angst gemacht wird die gesamte Bevölkerung wird eingeschüchtert: SARS, Irak- Krieg, Biowaffen, Terror! So hält man sich die Bevölkerung an der kurzen Leine. Es gäbe noch viel dazu zu sagen aber das würde den Rahmen sprengen!

Punch: Gut! Dann lasst und doch jetzt erstmal einen kiffen!
L.A.: Wir waren zwar gestern in Amsterdam und haben da auch schon ganz gut was weggehauen, aber gerne!



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Externe Links:
Lawrence Arms Online:
www.thelawrencearms.net
Interne Links:
Live Review:
Fat Package Tour: Köln, Live Music Hall 06.05.2003