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Punch: Kannst du eine Abfolge der Ereignisse um Lauras
Weggang skizzieren? Wann wusste sie es, wann hat sie es euch
gesagt und wann habt
ihr euch entschieden, weiterzumachen?
Sally: Laura hat die Band nach unserer Europatour im Juni
2003 verlassen. Sie hatte uns bereits eine Weile bevor wir auf
Tour gegangen sind gesagt, dass dies ihre letzte Tour sein
würde. Aber weil wir auf
der Deconstruction Tour gebucht waren, hat sie zugestimmt mitzumachen.
Wir kamen am 11. Juni nach San Francisco zurück und haben unsere letzte
Show mit ihr gespielt als Vorgruppe für die Dictators, so dass es ein
großartiger Weg war, ihre Zeit mit uns zu beenden. Lynda, Nancy und
ich wussten, dass wir auf jeden Fall weitermachen würden, egal was passieren
sollte, denn FabD ist eine super Band, wir haben Spass zusammen
und lieben es zu touren, Platten aufzunehmen und Arsch zu treten!!
Punch: Gab es zu irgendeiner Zeit die Idee, ohne Laura im Lineup
aufzugeben?
Sally: Nein, das haben wir nie in Betracht gezogen, weil die
drei, die übrig geblieben sind, alle dasselbe Ziel, denselben
Drang und dieselbe Liebe zur Musik haben und wir wussten, dass
wir mit Cinder Block einen großartigen Ersatz finden würden.
Punch: Als ich mit dir und Mr. Nancy das Interview
in Köln
geführt habe und euch gefragt habe, ob ihr als All Girl
Lineup bestehen wollen würdet, wenn einer die Band verlassen
würde, habt ihr erstmal etwas verwirrt geguckt. Da
wusstet ihr wohl schon von Lauras Entscheidung? Habt ihr denn
mal an einen männlichen Sänger gedacht?
Sally: Ja, die Situation war witzig, weil wir ja schon Bescheid
wussten, aber nichts sagen konnten bis die Tour vorüber
war und Fat Wreck es offiziell gemacht hat. Sorry dafür
- hahahaha. Nancy war es egal, ob wir einen männlichen
oder weiblichen Sänger bekommen, aber wir wollten unseren
Sound nicht so sehr verändern, wir lieben die ganzen Harmonien
und so.
Punch: Was für ein Gefühl hattet ihr denn als Band,
eine große Europatour und die Deconstruction Tour zu
spielen, obwohl ihr wusstet, dass eure Sängerin geht?
Auf mich hat Laura einen ziemlich gut aufgelegten Eindruck
gemacht und ordentlich Power auf der Bühne gezeigt.
Sally: Wir haben uns wirklich großartig
gefühlt
und es war eine der besten Touren bisher. Jeder war glücklich
und konzentriert bei der Sache und eigentlich wollten wir
nur Spaß haben - und das hatten wir! Es gibt kein böses
Blut bis jetzt - wir sind immer noch gute Freunde und Laura
unterstützt die Band 100prozentig.
Punch: Wie denkst du,
wird sich das Songwriting mit Cinder verändern? Wie viel
Einfluss hatte Laura?
Sally: Sie sind beide sehr gute Texterinnen
und wir haben noch nicht angefangen, mit Cinder Songs zu schreiben,
was wir aber
hoffentlich bald tun. Die Songs werden dieselben bleiben, mit
großartigen Punkmelodien und Cinder ist bekannt für
ihre verblüffenden Lyrics. Wir sind alle aufgeregt, wie
das Ergebnis aussehen wird. Es wird auf jeden Fall sehr viel
Power haben.
Punch: Wie war die erste Liverfahrung mit Cinder
am Mikrofon? Haben sich die Songs anders angehört, wenn
man mal von der unterschiedlichen Stimme absieht?
Sally: Cinder ist eine Legende - sie macht
seit Jahren Punkrock, also ist sie einfach nur umwerfend. Wir
wollten eigentlich
ein kleines Vorsingen machen mit verschiedenen Kandidaten,
aber als sie uns erstmal kontaktiert hatte, da waren wir ziemlich
gefangen von ihr. Und ihre Stimme klingt super zusammen mit
Lyndas.
Punch: Ist es ein Problem für Cinder, die alten
FabDi Lieder zu singen?
Sally: Sie liebt alle Songs, aber was den
Text angeht gibts es sicherlich ein paar Songs, die wir nicht
mehr live spielen
werden, es sei denn, wir werden von Fans mit flaschenweise
Jägermeister dazu aufgefordert - dann machen wir fast
alles.
Punch: Kannst du Cinder Block mal kurz für die Leute vorstellen,
die Tilt nicht kennen? Wie würdest du sie und ihre musikalische
Geschichte aus eurer Sicht beschreiben? Ich nehme an, ihr seid
alle große Tilt-Fans?
Sally: Tilt kamen 1992 aus der East Bay Punk/Gilman
Scene. Sie haben drei Alben bei Fat Wreck veröffentlicht,
nachdem sie ihr Debüt bei Lookout! rausgebracht hatten.
Die eindringliche, aber melodische Power ihrer Songs wird noch
durch die mit Sozialkritik
und schwarzem Humor gefüllten Texte verstärkt. Und
die umwerfende Stimme von Cinder Block beweist, dass man kein
Typ sein muss, um Hardcore zu sein. Und, na klar, wir sind
alle große Tilt Fans.
Punch: War es einfacher für euch, Cinder als Sängerin
anzuheuern, weil Tilt auch auf Fat Wreck sind, genau wie ihr?
Sally: Tja, sie hat zwar eher als andere durch Fat Wreck davon
erfahren, dass Laura uns verlässt, aber das wars auch
schon. Wir sind Freunde seit einiger Zeit und haben vor ein
paar Jahren mal mit Tilt zusammen gespielt, aber es war perfektes
Timing, weil sie seit drei Monaten nach einer Band gesucht
hat, bei der sie einsteigen will. Ich glaube, es war Schicksal.
Punch: Als ich euch getroffen hab, da war die Band sehr zufrieden
und in Hochstimmung wegen des neuen Albums, der Tour und wie
es insgesamt gerade läuft. Fühlt ihr euch noch immer
so oder ist es sogar noch mehr geworden?
Sally: Auf jeden Fall ist es noch mehr geworden.
Wir starten jetzt mit dem Songwriting für das nächste
Album und werden später im Jahr ins Studio gehen, um im
Frühjahr
2004 die CD zu releasen. Dann werden wir das ganze Jahr auf
Tour sein!!!
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