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Bugge Wesseltoft über
Soundtracks, Vorbilder und Jam-Sessions |
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Norwegen ist in den letzten
Jahren zum Schmelztiegel einer neuen Jazz-Bewegung geworden. Bugge Wesseltoft
zählt zu den aktivsten Köpfen der Osloer Szene. Sein Label Jazzland
vereint klassischen Jazz ebenso, wie elektronische Grenzwanderung. Diese
Bandbreite findet sich auch auf seinen Alben, egal ob solo, mit Sidsel
Endresen oder seiner Band „New Conceptions of Jazz“, deren
Erstling mit dem norwegischen Grammy ausgezeichnet wurde. Jetzt legt Wesseltoft
sein neues Album „Film´ing“ vor. Lars Tunçay sprach
mit ihm über Soundtracks, Vorbilder und Jam-Sessions!
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Punch: Dein neues Album „Film´ing“ ist bereits das fünfte
mit „New Conceptions of Jazz“. Was ist das Konzept hinter dem
Projekt?
BW: Im Grunde ist es die Fusion von elektronischer Musik
und klassischem Jazz, elektronischer Instrumente mit akustischen.
1996 veröffentlichte ich
mein erstes NCoJ-Album und der größte Unterschied zu damals
ist wohl, dass ich mein Wissen über elektronische Musik seitdem sehr
stark erweitern konnte. Es macht einfach Spaß mit Elektronik zu spielen.
Und außerdem ist man als Künstler ja nie ganz zufrieden mit
einem Album und möchte einige Dinge im Nachhinein vielleicht ganz
anders machen.
Punch: Wieso heißt das Album „Film´ing“?
Würdest
Du auch gerne mal Musik für einen Soundtrack schreiben?
BW: Ich habe bereits
einige Soundtrack-Beiträge gemacht, aber ich würde
auf jeden Fall gerne mehr machen. Der Titel des Albums beruht
aber eigentlich auf dem Track „Film´ing“, der auch auf
dem Album ist. Auf der Bühne nehme ich dann eine Kamera und filme
die anderen Bandmitglieder, was dann auf die Leinwand im Hintergrund projiziert
wird. Daraus entstehen
dann immer spaßige Kurzfilme. Generell ist es für mich immer
schwer Song- oder Albumtitel zu finden. In der Regel entwickeln
sich die Songs bei den Liveauftritten und ich nenne sie dann
meist Track 1, 2, 3
etc.
Punch: Wie kam die Zusammenarbeit mit Joshua Redman
zustande?
BW: Wir haben
uns im letzten Jahr bei einem Auftritt eines norwegischen Jazz-Trios,
wo wir gemeinsam auf der Bühne standen, kennen gelernt. Ich glaube
er mochte meine Musik und daher blieben wir weiterhin per Mail
in Kontakt. Als ich dann an die Konzeption des neuen Albums ging, dachte
ich mir, dass
ein Saxophon bei einigen Songs gut klingen würde. Ich fragte Joshua
ob er Interesse hätte und er hat gleich zugesagt.
Punch: Du pflegst ja immer wieder den Austausch mit anderen
Musikern. Mit wem würdest Du den noch gerne zusammenarbeiten? Wer
wäre
Dein Wunschkandidat?
BW: Ich habe das Glück, dass die meisten meiner
Lieblingsmusiker in Oslo leben, so dass sich viele Gelegenheiten ergeben,
mit ihnen zusammen zu
arbeiten. Mein persönlicher Favorit wäre wohl Miles Davis, aber
mit ihm kann ich wohl erst im Himmel zusammen spielen.
Punch: Was erwartet
uns bei Deinem Konzert in Aachen? Wie viel des Sets ist eigentlich
improvisiert und wie viel vorher abgesprochen?
BW: Im Grunde genommen ist jedes
Konzert eine Jam-Session. Natürlich
basiert das Set auf der neuen Platte, aber ich versuche jedes
Konzert so organisch und dynamisch, wie möglich zu gestalten. Wir
improvisieren meist mit elektronischen Sounds zu einem festgelegten
Beat mit Percussion, Akustik- und E-Bass, einem Drum-Set, DJing
und mir selbst
am Electro-Piano.
Wir versuchen wirklich jedes Konzert anders klingen zu lassen.
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