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V/A: "A Different
Shade Of Green - A Tribut" |
Label: Skunk Ape
Records |
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Green Day sind zweifelsohne eine Band, der Tribut gezollt werden
sollte. Mit ihrem kometengleichen Aufstieg zu Beginn der 90er
Jahre und den dazugehörigen internationalen Superhits "Longview", "Basket
Case" und "When I Come Around" wurde die Ära des so genannten
Neopunk eingeläutet. Die Früchte der harten Aufbauarbeit von Green
Day, aber z.B. auch von den im selben Fahrwasser schwimmenden
Offspring, ernten heute Bands wie Blink 182, Sum41
oder Good Charlotte, um nur einige Vertreter des poppigen
Punkrocks zu nennen. Aber eigentlich wird nahezu jeder Musikschaffende
rund um den
Globus, der irgendwann im letzten Jahrzehnt mit Musik machen
angefangen und ein Faible
für Rockmusik hat, mal eine Coverversion von einem Green Day Klassiker
runtergeschrammelt haben. Von daher geht ein Tribut gut in Ordnung.
Aber wieso schon jetzt? Die Band arbeitet gerade an einem neuen
Album und steht in vollem
Saft. Nagut, mittlerweile hat sich Statuenerrichtung zu Lebzeiten
ja schon eingebürgert.
Aber wieso dann einen solchen halbseiden Sampler, bei dem
der bedeutsamste Interpret "Weezer" ist?
Viel mehr und bekanntere Bands weisen auf den großen Einfluss von GD
auf ihre eigene Musik hin, oder äußern sich andersweitig respektvoll über
das Berkley-Trio. Tja, Fragen über Fragen. Aber es ist wie es ist. Deshalb
schauen wir usn doch mal die Bands und die abgelieferten Coversongs
mal genauer an.
Grundsätzlich sind zwei Songkategorien vertreten: Entweder
wird möglichst nahe am Original gearbeitet, was natürlich in die
Hose gehen muss. Rudiger präsentieren z.B. "2000 Light Years Away" zwar
schwungvoll und mit Knack, aber die staubige Power von der "Kerplunk"-Inszenierung kann
man nicht schlagen. Dasselbe gilt für das Verbrechen von The Velma Fix
an dem Überhit "Basket Case". So ein Song steht für sich
selbst, den kann man nicht covern. Auch wenn es Millionen sechstklassige
Schulbands machen. Aber die nehmen es auch nicht auf. Auch die
Hymne "Minority" wird
pflichtbewusst verhunzt, in diesem Fall von der Band Insomniac.
Welch sinniger Name. Macht die Sache aber auch nicht besser.
Eine guten Geschmack beweisen
Wester bei der Auswahl des Schlachtviehs: "J.A.R." muss dran glauben,
kommt aber noch relativ ungeschoren davon. Ein etwas unbeachteter
GD Kracher in modernerem Gewand, gar nicht so verkehrt. Das Up
Syndrome dreht zwar den
Geschwindigkeitsregler Richtung "up", kann dem Klassiker "Going
To Pasalacqua" aber auch nicht wirklich gerecht werden. Auf jeden Fall
aber eine der besseren Nummern.
Die andere Variante der Songverwurstung ist die Neuinterpretierung
des GD-Materials. Das ist auf jeden Fall schonmal etwas erfolgsversprechender.
Wirebox nehmen sich "When I Come Around" an und bemühen sich,
dem Lied ein lockereres Flair zu verleihen. Ein bisschen Piano,
'ne Frauenstimme und Elektrogefrizzel im Hintergrund und schon hat man nen
neuen Blick auf
nen alten Hit. Interessant und daher legitim, aber nicht wirklich
augenöffnend.
Die schon erwähnten Weezer versauen das eh schon schwache "Worry
Rock". Total unnötig. Taking The Fall zersägen "Redundant" mit
fieseliger Stimme und redundantem Hintergrundgesang. Hört sich an,
als hätten B3 oder Daniel Kübelböck den Quatsch aufgenommen.
Bonuspunkte bekommen Mc Dolly, die das eigentlich romatische-melancholische "Macy's
Day Parade" durch den Speedwolf drehen und dadurch auf jeden Fall die
Ziellinie erreichen. Unter den Blinden (in diesem Fall Tauben)
...
Insgesamt also ein total unnötiger Tribut-Sampler, zu dem ich gerne
mal die Meinung der Band gehört hätte, der wir so viele Poweralben
verdanken. Mir fielen aus dem Stand eine ganze Handvoll A Liga
Bands ein, die sehr viel passendere Covernummern hätten abliefern können.
Denn wenn wir ehrlich sind: Das ist doch der eigentliche Wert
eines solchen Projekts:
Bekannte Bands versuchen sich an Material von Kollegen, mit denen
man wie auch immer verbunden ist. Unbekannte Bands, die Green
Day Lieder covern kann
man bei jedem zweiten Lokalkonzert bewundern.
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