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Terrorgruppe: "Fundamental" |
Label: Aggropop/Destiny |
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Diese CD ist sehr gut und man sollte sie kaufen, wenn man auf
deutschsprachigen Punkrock steht. Vielleicht sollte man sie auch
kaufen, wenn man weniger Punk als zumindest Rockmucke mag. Damit
wäre
schonmal alles Wichtige über das neue TG Album gesagt. Die langerwartete
Rückkehr
der Kreuzberger Sonderschule hat so gut geklappt, wie man es
erwartet hatte. Aber nicht nur Fans und Freunde der Band werden
bedient. Auch Neueinsteiger
werden bei diesen Songs angefixed, tiefer in das Terrormilieu
einzusteigen. Achso, ihr wollt jetzt auch noch wissen, wieso
das so ist?! Dann seid ihr
ja genauso kritisch, wie die Terrorgruppe ihre Fans erzogen sehen
will.
Also: "Fundamental" setzt sich optisch (Artwork) und textlich verstärkt
mit den Ereignissen der letzten Zeit auseinander. Islamismus
und andere überzogene
Glaubenshörigkeit werden gegeisselt und dumpfe Nazibacken beleidigt.
Das Schulmassaker von Erfurt wird aufgegriffen und die Talkshowdummheiten
werden verurteilt. Soweit die Themenauswahl, die gewohnt amüsant-albern-ätzend
abgerissen wird. Musikalisch wird einiges aufgefahren. Man hört den
berühmten Aggropop von TG heraus, also mal Ska, mal rockig, mal punkig.
Gleichzeitig geht die Band ein Stück weiter weg vom ungeschliffenen
Songwriting der letzten CD "1 World - 0 Future". Stattdessen hat
man das Gefühl, dass die ganze Band Unterricht genommen hat, oder zumindest
doppelt so viel Zeit als üblich im Proberaum verbracht hat. Die Melodien
sind so vielseitig wie lange nicht, man spielt mit dem Tempo
und Gesang herum und so werden aus an sich eher schwächeren Songs wie "Weitergehen" oder "Du
Denkst", die auf den CD's zuvor vielleicht Lückenfüller
gewesen wären, echt klasse Nummern.
Am meisten erinnert micht "Fundamental" an das damals sehr ausgereifte
Album "Keiner Hilft Euch", auf dem es zum ersten Mal sehr geplant
und musikalisch abseits der ausgetretenen 3 Akkordepfade zuging. "Fundamental" nimmt
den Trend auf und verdichtet ihn in wirklich geilen Songs wie "Kleinstadt-Lied", "Marylin" oder
dem herrlichen "Prinzipien". Die Lieder bleiben einfach besser
hängen. Und: Es ist eine deutsche Band, die da so virtuos durch alle
Punkgenres wechselt und keine FatWreck Band von der Westcoast! Sowas hört
man nur ganz selten hierzulande, daher ist die Band noch viel stärker
zu bewundern. Denn von dem typischen Deutschpunk ist man mit dem neuen Album
noch weiter entfernt, als sowieso schon zuvor. Gücklicherweise!
Ein besonderes Lob geht noch raus für das sehr bescheuerte Comic Artwork.
Passt super und spiegelt die ironische Grundlinie, die auch die
Songs durchzieht, perfekt wider.
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