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The Cure: "s/t" |
Label: Geffen |
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Da haben wir sie, die passende Platte für den diesjährigen Sommer.
Grau, dunkel und zum Zuhausebleiben. Wer hätte noch mal mit so einem
so düsteren Werk der Briten gerechnet? Oder, mal ehrlich, wer hätte überhaupt
mit einem neuen Cure-Album gerechnet? Aber dass Robert Smith wahlweise vor
oder nach jedem Album die Auflösung proklamiert, sind wir ja bereits
gewohnt. Doch diesmal scheint alles anders zu sein. Anders zumindest als
beim Vorgänger „Bloodflowers“. Smith gibt entspannte Interviews
und scheint seine Alkoholsucht überwunden zu haben. Die Platte kommt
obendrein mit exzellentem Timing. Zu einer Zeit in der der New Wave-Sound
für den The Cure standen en vogue ist, wie irgendwas und in der hippe,
junge Bands aufbauen (man denke bloß an The Rapture).
Doch den Unterschied macht vor allem anderen: der Sound. Letzteren
verdanken The Cure dem Produzenten Ross Robinson, sonst eher für die
härtere Gangart bekannt (Slipknot, Korn, At the Drive-In). Die soll
er auch im Studio an den Tag gelegt haben, was im Klartext heißt: alle
vier in einen Raum gesperrt, Vorhänge zu (!) und dann rocken, als wärs
der letzte Gig. Sein Ziel: den Live-Sound der Band konservieren und sie wieder
zurück zu ihren Emo-Wurzeln führen. Zurück zur Innerlichkeit,
zurück zur Depression – thank you, Mr. Robinson. Ehrlich. Denn
das mittlerweile 14. Cure-Album ist ihr spielfreudigstes und konsequentestes
Werk seit langem. Hier wird nicht großartig herumexperimentiert und
ausprobiert, stattdessen dominiert harter Gitarrensound und kraftvolles Drumming
die zehn Tracks, und Smith jault dazu, als wären seit „Pornography“ erst „21
Seconds“ vergangen. Die Platte beginnt mit einem tiefen Seufzer, „Lost“ ist
ein scheppernder Song der sich zu einer dunklen, erhabenen Klangwand aufbaut,
die mit all ihrer Wucht auf den Hörer zu stürzen droht. Hier haben
sie schon gewonnen. Doch die Platte ist kein One-way Ticket zu den dunklen
Abgründen der Seele, Smith steuert alles bei was das Cure-Universum
schon immer ausmachte. Die verzeifelt-passionierten Liebeslieder (“alt.end” und “Before
Three”), die verspielten, ausgelassenen Pop-Songs (“Taking Off“)
und die treibenden alternative Rocker „Never“. Die Chancen stehen
gut, dass „The Cure“ den CD-Player bis zum nächsten Frühling
nicht mehr verlässt. Bei dem Wetter...
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