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Such A Surge: "Rotlicht" |
Label: Surge Music |  |
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Mehr oder weniger still und leise haben SAS ihr neues Album "Rotlicht" in
Stellung gebracht. Damit steht jetzt ein legitimer Nachfolger von "Der
Surge Effekt" im Laden, das BestOf-Album "10 Jahre" bot ja "nur" einen Überblick über
das Schaffen der Braunschweiger Band. Und so fällt das Nachzeichnen
der Entwicklung in den Songs aufgrund der zeitlichen Nähe noch eine
Prise leichter.
Also, was hat sich geändert auf "Rotlicht"? Zunächst
einmal gar nicht viel, der SAS-Songaufbau ist hinlänglich bekannt. Dennis
präsentiert ein Gitarrenriff, von hinten kommen die gewohnt einprägsamen
Drums und die Rapstrophe fliesst gequäled-gemächlich bis in den
brachialen Refrain, der eher geschrien als gesungen wird. Soviel zur Basis
der CD. Was diesmal aber auffällt, ist dass von diesem Konzept so gut
wie überhaupt nicht abgewichen wird. Man hat das Gefühl, Such A
Surge hätten jetzt ihren "How To Build A Song"-Masterplan
gefunden und reizen ihn das ganze Album lang aus. Das Ergebnis ist, dass
man die CD kaum in einem Rutsch durchhören will, die wirklichen Ausreisser
nach oben oder unten, sei es in Tempo oder Stimmung fehlen.
Nun nun, das hört sich negativer an als gemeint. Einzeln genommen ist
ein Großteil der Tracks sehr eigenständig und mit der Zeit entdeckt
man immer wieder neue Feinheiten. Die Produktion kommt dick daher,
auch hier scheint man seinen Standard gefunden und jetzt noch
feingetuned zu haben.
Und: Ein echter Aktivposten von SAS sind immer noch die Texte.
Belanglosigkeit konnte man Olli ja zum Glück noch nie vorwerfen und
so dreht sich viel auf "Rotlicht" um Isolation, Ängste und
die dunklen Seiten der (Medien)Welt (z.B. "Alles muss raus, Hypochonder").
Insofern stimmt die Einheit von Musik und Lyric, und zeitweise
wird man herrlich abstrus,
abstrakt und hysterisch ("Aktion").
Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass die Spritzigkeit und die Überraschungsmomente
von früheren Songs in die diversen Seitenprojekte der Band ausgelagert
wurden. HipHop und Punk und Metal zu einer heissen Mischung vereint
waren schliesslich schon früher das Erfolgsgeheimnis von Surge und ihr
Alleinstellungsmerkmal in Deutschland. Doch "Rotlicht" klingt in
bestimmten Phasen wie der kleinste gemeinsame Nenner aus den Nebenbands O-Ton,
Pain In The Ass,
Revolver und Dennis Graefs Soloaktvitäten.
Aber vielleicht ist das auch
nur die oben angedeutete Entwicklung einer Band, die seit 10 Jahren gewachsen
ist und weiter wächst. Alles in allem also kein einfaches Album, weder
für einen Altfan noch für einen Newcomer in Sachen Surge-Music.
Wer aber nicht auf den schnellen und glatten Hörgenuß wartet,
der wird mit in Deutschland ihresgleichen suchenden Songs entschädigt
wie z.B. den eben erwähnten Doppelschlag "Alles muss raus/Hypochonder" oder
das wunderbar introvertierte "Kann alles sein".
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