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Rawside: "Outlaw" |
Label: Earth A.D./Soulfood |
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Na, von wem würdet ihr denn Songs mit Namen wie "Fuck You All", "Disarm
Or Die", "Got No Choice" oder "Es herrscht Krieg" erwarten?
He, nicht oben abgucken! Okay, es sind nicht Busted oder Eagle
Eye Cherry - es ist natürlich eine der respektiertesten HardcorePunk-Bands
in Deutschland. Sechs Jahre hat man von Rawside, um die geht
es hier, keinen Output mehr
gesehen. Jetzt sind sie zurück, mit leichtem LineUp Wechsel und "Outlaw",
einem, wie die angesprochenen Songtitel andeuten, völlig geradlinigem
Album. Normalerweise macht mich Brüllpunk überhaupt nicht
heiß, da guck ich mir lieber die Affen im Kölner Zoo an. Bei Rawside
ist das was anderes, die sind nämlich genauso animalisch, aber doch
wesentlich intelligenter als unsere aller nächsten Verwandten.
Was da ins Mikro gehasst wird, das ist, so radikal wie es
auch sein möge,
auf jeden Fall mit Hand und Fuß ausgestattet und nötigt mir den
fälligen Respekt jedes Mal wieder ab. Die Kirche, der Staat und die
Eliten sind z.B. die Feindbilder, denen auf "Outlaw" entgegengespukt
wird. Musikalisch wird wie eh und je der Knüppel herausgeholt. Die Snare
hat viel zu tun, kann man da nur sagen. Dabei vergisst die Band
aber nicht, auch mal ein paar Melodien mit in den Molotow-Cocktail
zu gießen,
so gefällt auch der härteste Tobak.
Insgesamt bleibt man dem Vorgänger "Staatsgewalt" ziemlich
treu, mal englisch, mal deutsch dröhnt es aus den Boxen. Kompromisslose
Wut. Das Problem oder die Wunderwirkung dieser Platte ist allerdings
gerade diese unverhohlene Aggressivität. Wenn ich drei Songs gehört
habe, dann bin ich gleich so gut drauf, dass ich am liebsten
das nächste
Polizeirevier stürmen würde. Da mir danach aber nicht jeden Abend
ist, taugt zumindest für mich die Scheibe nicht als Partyuntermalung.
Das sagt aber rein gar nichts über ihre Qualität aus. Es sollte
nur jedem klar sein, was er da in CD-Format bekommt. Zur Zeit
das härteste
Hardcore/Punk Ensemble, was so verkauft wird. Aber wer nach Rawside
verlangt, erwartet
keine Fahrstuhlmusik. Sondern eher den Soundtrack für die nächsten
G7 bis G20 Gipfel. In diesem Sinne: Seid bereit!
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