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Pothead: "Tuf Luv" |
Label: Janitor Records |
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Neulich in einem angesagten Plattenladen in Bonn: Es war mal
wieder Zeit, dass ich mich auf den Weg machte neue Platten zu sichten. Oh
je die aktuelle Blue, neben der schon etwas älteren X-tina Aguilera
prominent exponiert. „Mal Reinhören?“ ist der Slogan eines
Gelben Schildes, das direkt ins Auge springt und nur eine Antwort zulässt: „Nein
Danke!“ Weiter hinten durch die neue Pur mit eben selben Schild, doch
oh Schreck, fast wäre ich vorbei gerannt- die neue Pothead- Platte „Tuf
Luv“, mit, man höre und staune, auch dem Schild und der damit
verbundenen Möglichkeit dem neuesten Opus der Amis direkt zu lauschen.
Wann hat man das schon mal gesehen, die Rockveteranen in derselben Liga wie
die Popgrößen der Branche und überhaupt: Pothead, das es
die überhaupt noch gibt. Volle drei Jahre musste die Fangemeinde auf
ein Lebenszeichen ihrer Lieblinge warten. Jetzt ist es endlich soweit und
die Zeit des Wartens hat sich gelohnt. Das neunte Album „Tuf Luv“ präsentiert
ehrlichen straighten Rock. Wuchtige Bässe, variantenreiche Gitarrenläufe
und eine rauchige Stimme des Sängers Brad. Zuweilen erinnert das ganze
an Black Sabbath oder die längst aufgelösten Retro Rock-Götter
Urge Overkill. In der Gegenwart befinden sich Pothead mit ihrem Musikstil
nicht, aber das ist auch ganz gut so in Zeiten, wo sich die Musikbranche
nur noch in Reminiszenzen an allte Lichtpunkte und Gallionsfiguren verliert.
In ihren Texten werden Pothead erstaunlich politisch. In „Troop“ wird
so Stellung zum Irak-Krieg bezogen, dass es niemanden wundern würde,
wenn Michael Moore bei der nächsten Tour die Bühne entert. Schön
ist, dass die Platte sich nicht auf diesem Aspekt versteift und folglich
auch nicht so anstrengend ist, wie manche anderen hoch politischen Bands.
Irgendwie der richtige Soundtrack für den Herbst, wenn man im Auto sitzt
und endlos die Straße entlang brettert, während die ersten Blätter
von den Bäumen purzeln, und dann „Aquarius + The Easy Rider“ ertönt,
dann wünscht man sich, es wäre die Route 66. Also auf in den Plattenladen,
nach gelben Schildern samt Kopfhörer gesucht, reinhören, kaufen
und dann ab in den Wagen. Aber bitte schön schnell, wir haben ja nicht
ewig Herbst!
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