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Orbital: "Blue
Album" |
Label: Pinnacle/Rough
Trade |
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Vor etwa einem Monat erreichte mich zu meiner großen Bestürzung
die Nachricht, die Gebrüder Hartnoll, die in den letzten 13 Jahren unter
dem Namen Orbital mit ihrem komplexen, organischen und völlig anderen
Stil mein Leben bereichert haben würden fortan getrennte Wege gehen.
Damit waren auf einen Schlag sämtliche Hoffnungen dahin, eines ihrer
dem Ruf nach absolut einmaligen Konzerte miterleben zu können. Bisher
war dies vor allem daran gescheitert, dass die Hartnolls meines Wissens nie
ein Konzert auf deutschem Boden gespielt haben und ich es (vor allem aus
finanziellen Gründen) bisher nie zum englischen Glastonbury-Festival
geschafft habe, wo Orbital quasi Dauergast waren. Nun geben sie genau dort
ihre letzte Show und alle Tickets sind futsch. Nicht gerade eine gute Ausgangslage
für die Besprechung ihrer nun also letzten CD. Als mir die mein Bruder
dann auch noch mit den Worten „Gut das sie aufhörn“ in die
Hände drückte, war ich alles andere als zuversichtlich. Zumal er
in gewisser Weise recht hat. Das „Blue Album“ – der Titel
ist eine kleine Hommage an die beiden selbstbetitelten Erstlinge in gelb
und braun – hat durchaus seine Momente. Da wäre erstmal das für
einen Opener extrem ambiente „Lost“ mit wunderhübschen Synth-Flächen
und einem Titel, der für Situation wohl nicht passender hätte sein
können. „Acid Pants“ ist wohl nur etwas für Freunde
der 80er Popper Sparks, die hier den Gesangspart hinzusteuerten. „You
lot“ hingegen ist Orbital pur: ein locker, flockiger Beat, es knarzt
im Hintergrund und diese Melodie, die einen nicht mehr loslässt. Dazu
mal wieder ein besonders wichtig klingender Engländer im Mittelteil.
Das sind die Elemente, die schon Tracks, wie „Are we here“ unvergesslich
machten. Auch „Pants“ und „Initiation“ erinnern an
gute Zeiten vor der etwas konzeptlosen Singelsammlung „The Altogether“.
Tja, und dann „Bath Time“. Der Titel sagt hier alles: ab in die
Wanne und Musik im Hintergrund dudeln lassen. Nix spektakuläres, ein
paar nette atmosphärische Sounds, aber die dezent infantile Melodie
ist irgendwie nicht so das Wahre. Genauso bei „Easy Serv“, der
mit dem Wort Fahrstuhlmusik wohl am treffendsten beschrieben ist. „Transient“ ist
dagegen angenehm schwerelos und steigert sich in der zweiten Hälfte
mittels Streichern in ungeahnte Höhen. Nur wenn’s grade schön
wird, ist er auch schon vorbei. Da haben die Hartnolls früher noch gut
und gerne zehn Minuten drangehängt. „What happends next“ kracht
dagegen wie in besten „Satan“-Tagen, während „Tunnel
Vision“ den Techno-Floor bedient. „One Perfect Sunrise ist der
einzige Track, der die 8-Minuten-Mauer durchbricht und das auch nur dank
eines Breaks nach Halbzeit, das aber leider nicht viel Neues mit sich bringt.
Tja, und den Abschluß bildet „Technologicque Park“, das
bereits auf dem „XXX“-Soundtrack zu hören war. Eine Ansammlungen
von passablen bis richtig guten Stücken, die noch einmal alle Elemente
der Orbital-Jahre zusammenfassen, aber alles andere als ein in sich stimmiges
Album. Schade drum. Das war`s dann wohl.
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