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NOFX: "Wolves In Wolves' Clothing" Label: Fat Wreck
CD Cover Lustigerweise nehmen NOFX bereits den gängigsten Rezensionseinstieg voraus: Im Intro und Outro-Song ("60%") spielen sie, naja, sagen wir mal "selbstbewusst" mit ihrer Bedeutung für die Punkszene, und dass ihnen völlig egal sein kann, was der Rest der Welt zum neuen Output "Wolves In Wolves' Clothing" sagt. Gut, dann wäre der Punkt ja schonmal abgehakt. Natürlich haben Fat Mike und Kollegen völlig recht - und leben das auch freimütig aus. Bunte Stilvariationen mit relaxten Beats und spanischen Songs, country-esque Einwürfe und Akkustiksessions beweisen, dass man sich um Tradition wenig bis gar nicht schert und lieber die Definition von Punkmusik weitmöglichst dehnt.
Okay, das war schon immer so, leicht skurille Nummern fanden jedes mal einen Platz auf NOFX-Platten, aber diesmal tauchen sie in größter Regelmäßigkeit auf. Und zwar zwischen den "üblichen" Krachern, die es natürlich immer noch gibt.
Da wäre zuallerst "Seeing Double At The Triple Rock", das sofort und ohne Umschweife klar macht, wer im Punkgymnasium Old-School ist und den Pausenhof unter absoluter Kontrolle hat. Dasselbe gilt für "USA-holes" oder das etwas dunklere, schwer rollende "Leaving Jesusland". Nur: Gerade wenn man sich in einen der Brecher eingehört hat und die zweite leere Flasche Bier an die Wand werfen will, nehmen NOFX das Tempo wieder etwas raus. Das versaut die Platte zwar nicht, macht es aber damit deutlich sperriger als den aus einem Guß geschmiedete Vorgänger "The War On Errorism", der wirklich in einem Rutsch in Ohr, Faust und ins Tanzbein ging.
Inhaltlich finden sich natürlich auch kleine Unterschiede zwischen dem unter dem Einfluss der Präsidentschaftswahlen entstandenen "War On Errorism" und den Wölfen im Wolfspelz. Die Wut ist zwar in keiner Weise verraucht, macht aber dem Nonsens wieder mehr Platz. Songs, in denen es ausschließlich über Exkremente und ähnliche Substanzen oder einfach nur Alkohol geht, hätten auf dem Anti-Bush-Longplayer wohl deplaziert gewirkt. Das heiss jedoch nicht, dass Fat Mike die Schärfe aus seinen Texten genommen hätte. Mit gewohnt ironisch-zynischem Blickwinkel nimmt er z.B. die Situation in Amerika aufs Korn und schafft es in ein paar Zeilen die Befindlichkeit von Gottes eigener Nation zusammenzufassen (das erwähnte "USA-holes"). Oder setzt seinen Freunden einen melancholisch Denkmal ("Doornails"). Viel Stoff zum Nachdenken während der Kopf hin und her bangt.
Auch deswegen fällt das Gesamturteil ziemlich positiv aus: Mit "Wolves In Wolves' Clothing" zementieren NOFX ihren Status und festigen das Fundament, das sie für ewigen PunkRock-Ruhm legen. Dass sie diese Lufthoheit über der Szene selber offensiv besingen, sei ihnen gegönnt. Ebenso dass sie diese Lufthoheit für Ausflüge in alle möglichen Musikgenres nutzen und dabei zeitweise ein bisschen den Faden verlieren. Hauptsache es entstehen weiterhin so Perlen wie "The Man I Killed". Einfach nur großartig.
meyer@punch-fanzine.de
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Externe Links:
NOFX Online:
www.nofxofficialwebsite.com
Fat Wreck Website:
www.fatwreck.com
Fat Wreck Europe Online:
www.fatwreck.de
PunkVoter:
www.punkvoter.com
Interne Links:

CD Review:
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