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NOFX "The War On Errorism" Label: Fat Wreck
CD Cover Eigentlich kann man schon fast froh sein über die Unverschämtheit von Georg W. Bush, die Wahl in Amerika zu klauen und im Anschluß die halbe Welt in Angst und Schrecken zu versetzen. Denn nur dadurch wurde die neue NOFX CD zu dem, was sie ist. Nämlich ein verdammt politisches, zutiefst punkiges und unendlich rockendes Stück musikalischen Widerstandes. Das Coverartwork und der Titel lassen keinen Zweifel daran, wer der Gegner ist. Ungewöhnlich deutlich im Text greift Fat Mike diesmal die amerikanische Regierung an, ansonsten bediente er sich ja eher eines charmanten Zynismus und beißender Ironie. Die lässt das neue Album zwar auch nicht vermissen, aber Stücke wie "Idiots Are Taking Over" oder "American Errorist" sind nunmal herrlich ehrlich und vor allem unmißverständlich. In so einer wütenden Stimmung hat man NOFX das letzte Mal auf der "The Decline" EP gehört, und dort wurde auch eher ein diffuses Unwohlsein beschrieben und nicht so direkt auf den Punkt argumentiert.
Aber die CD auf den Widerstand gegen den "Präsidenten" der USA zu reduzieren würde Fat Mike und der Band nicht gerecht werden. Schon der Opener "The Separation Of Church And Skate" legt einen weiteren Kriegsschauplatz fest und kommt ohne Probleme an das gigantische "Punkrock Elite" von der "... and thanks for all the shoes" heran. "When did Punkrock become so safe?" wird gefragt und das Thema miserable, kopierbare und uninspirierte (Punk)Bands zieht sich durch einige Lieder. Ungeschlagen hier sicherlich "Medio-core", das ja schon auf der "Re-gaining Unconsciousness" EP vertreten war und dort bereits zu überzeugen wusste. Das Schöne für NOFX ist, dass man sich einen solchen "arroganten" Stil auch tatsächlich leisten kann, denn musikalisch hat man bereits Maßstäbe für die existierenden und kommenden Bandgenerationen gesetzt. Und textlich kann man protesttechnisch nur noch schwer einen drauf setzen.
Als drittes großes Betätigungsfeld kann Fat Mikes eigene musikalische Vergangenheit benannt werden. So erzählt er in "13 Stitches" von den ersten Konzerten, die er erlebt hat und in "We Got Two Jealous Agains" geht es um die Plattensammlung, Name-dropping natürlich inklusive. Solche Momente, genauso wie das herrliche "Mattersville", entspannen den Hörer vom harten politischen Alltag auf dem Album und machen klar, dass es hier immer noch auch um großartige Musik und Spaß geht, und nicht nur um Protest und Kritik.
Und wie sieht die Musik aus? Blendend sieht sie aus, die Musik. Der Stil ist klar, NOFX at it's best. Neuerdings auch wieder mit Ska im Rucksack wird erneut schön flott zum Tanz aufgespielt. Teilweise wirds mal rockig und ruhiger, aber dafür richtig geil verschroben. Erwähnenswert ist bestimmt auch noch das Bonusmaterial der CD, das zwei Musikvideos ("Franco Un-American" und "Idiot Son Of An Asshole") und einen Trailer zu einem Dokumentarfilm über die 2000er Wahl in Amerika bereithält. Die Linernotes im Cover runden den Konzeptcharakter der CD ab. Aber wie gesagt, das Album hat noch mehr Facetten.
Und so schaffen es NOFX, noch einmal ein richtiges Hammeralbum vorzulegen, was ich eigentlich durch die Qualität der alten Alben für fast unmöglich gehalten habe. Der Vorgänger "Pump Up The Valium" war ja ein gutes Album, aber ohne innere Linie. Mit "The War On Errorism" findet NOFX wieder auf alte Pfade zurück. Kanalisierte Wut macht vieles möglich. Ich bin auf die Reaktionen von Corporate Amerika gespannt.
meyer@punch-fanzine.de
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Externe Links:
NOFX Online:
www.nofxofficialwebsite.com
Fat Wreck Website:
www.fatwreck.com
Fat Wreck Europe Online:
www.fatwreck.de
PunkVoter:
www.punkvoter.com
Interne Links:
CD Review:
NOFX: "Regaining Unconsciousness" EP
CD Review:
NOFX: "Wolves In Wolves' Clothing"
Live Review:
NOFX: Köln, Palladium 06.09.2002
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NOFX: Köln, Palladium 22.05.2004