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Mia: "Stille Post"
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Label: ROT/Columbia/Sony |  |
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Der Nachfolger zum Überraschungserfolg „Hieb und Stichfest“ der
Berliner Elektropunker Mia ist interessant. Mit „Was Es Ist“ und „Hungriges
Herz“ wurden bereits weit im Vorfeld zwei Songs als Singles ausgekoppelt.
Beide fanden mehr wegen der Begleitumstände als der Substanz starke
Beachtung. „Was Es Ist“ löste eine Nationalismus-Debatte
aus, mit „Hungriges Herz“ nehmen Mia am Grand Prix Vorentscheid
Mitte März teil. Gesprächsstoff gibt es genug. Hoffentlich tritt
dadurch nicht ein ganz wundervolles Album in den Hintergrund. „Stille
Post“ ist reifer als sein Vorgänger. Waren die Berliner auf „Hieb
und Stichfest“ noch sehr schrill und ausgeflippt, ist die Grundstimmung
auf dem neuen Silberling ruhiger. Mia arbeiten mehr mit Harmonien als mit
schrillen Dissonanzen. Dass die auch schwungvoll und stimmungsgeladen sein
können, beweisen Lieder wie „Ökostrom“, „Komm
Mein Mädchen“ oder „Hoffnung“. Songs wie „Sonne“ und „Komm
Her“ holen die Jungend zurück, sind zuckersüss und romantisch.
Sängerin Mieze ruft sprachliche Anarchie aus und wandelt spontan zwischen
Deutsch und Englisch. Ein gewagter Mix, der in diesem Fall aufgeht. „Stille
Post“ ist eine gelungene Weiterentwicklung des Erstlings. Dreht sich
der Silberling erst mal im CD-Player, nimmt der geneigte Hörer ihn so
schnell nicht mehr raus. Für mich die CD des Monats.
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