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Me First And The Gimme Gimmes: "Ruin Jonny's Bar Mitzvah" Label: Fat Wreck
CD Cover Ich stell mir gerade vor, wie Fat Mike und seine Freunde bei Me First bei meiner Konfirmation aufgespielt hätten. Die ganze Gesellschaft wäre nach dem Gottesdienst zu uns nach Hause gefahren, da hätten im Vorgarten die Verstärker gestanden und mit 1,2,3,4 wäre losgecovered worden. Meine Großtante wäre sicherlich geschockt gewesen, meine Oma erstaunt und die Nachbarn empört. Vermutlich wäre Geschirr zu Bruch gegangen, wenn sich die ganze Bande danach um den Kaffeetisch gedrängt hätte. Das wäre bestimmt lustig gewesen. Aber da mein Vater kein Me First And The Gimme Gimmes Fan war, ist der Menschheit das Album "Ruin Christians Konfirmation" erspart geblieben. Schade eigentlich.
Stattdessen haben unsere All-Star-Cali-Könige die Bar Mitzvah, quasi das jüdische Pendant zur Kommunion/Konfirmation (hoffentlich ist das jetzt richtig), von einem gewissen Jonny besucht und zur Liveaufnahme des neuen Albums genutzt. Ein aberwitziges Unterfangen, denn die oben beschriebene Reaktion des Zwangspublikums trat genauso bei Jonnys Feierlichkeiten auf. Während die Band gewohnt routiniert lospunked und "Stairway To Heaven" hochgetuned darbietet, krümmt sich bei den Zuschauern kein Schamhaar. Und wenn dann nur aus Erstaunen. So gehts weiter durch die gut 10 regulären Tracks, bei denen es sich um bekannte Gassenhauer quer durch die Musikgeschichte handelt. Es wurde auf eine monothematische Zusammenstellung wie bei den Vorgängeralben (RnB, Musical, usw.) verzichtet. Die Auswahl ist gewohnt skurill, freuen kann man sich z.B. auf "O Sole Mio", "Strawberry Fields Forever" oder die Punkversion des klassischen jüdischen Songs "Hava Nagila". Fat Mike kommt ja bekanntlich selber aus einer jüdischen Familie, der darf das.
Richtig vom Hocker reißen können mich die Punk-Neuinterpretationen nicht, da kennt man von MFATGG einfach knalligere Nummern. Was aber trotzdem irren Spaß macht, ist die Atmosphäre dieses Tondokuments. Man erlebt mit, wie das Publikum langsam auftaut und es wird vereinzelt sogar geklatscht. Die Band verpasst schonmal den Einsatz und geht ansonsten gewohnt urkomisch mit der Situation um; die Songansagen sind zum schreien, ebenso das Coverbook. Als Highlight sollte man sich die Videos reinziehen, die auf der Enhanced CD stecken. Echter Wahnsinn, das Publikum reagiert als würde ne 4. klassige Punkband im AJZ in Bocholt auftreten.
Letztlich ist das Album eine Gagveröffentlichung, was aber gut zu Me First And The Gimme Gimmes passt: Die Mitglieder machen schließlich keinen Hehl daraus, dass sie die Band nur als Spaßprojekt verstehen. Also: Vorher antesten, ob man drüber lachen kann.
meyer@punch-fanzine.de
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Externe Links:
Me First And The Gimme Gimmes Online:
www.gimmegimmes.com
Fat Wreck Online:
www.fatwreck.com
Fat Wreck Europe:
www.fatwreck.de
Interne Links:
CD Review:
Me First And The Gimme Gimmes: "Take A Break"
Live Review:
Me First And The Gimme Gimmes, Köln, Live Music Hall 30.08.2005
Interview:
Me First And The Gimme Gimmes: Dezember 2004