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Mad Caddies: "Just
One More" |
Label: FatWreck |  |
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Bisher haben sich die Wege der Mad Caddies und meiner Wenigkeit
so gut wie nie gekreuzt. Na klar, den einen oder anderen Song hat man gehört,
wie z.B. das unvermeidliche "Road Rash" und beim Bizarre durfte
ich mich von den Livequalitäten der Band überzeugen. Aber so richtig
erwärmen konnte ich mich nie. Umso besser, denn so konte ich "Just
One More" gänzlich unvoreingenommen auf den Plattenteller legen.
Und was einem da so entgegenströmt, das passt so gar nicht in das Labelraster
von FatMike. Die Mad Caddies starten mit einem zurückgelehnten "Drinking
For 11", einem Opener, der die Richtung sehr präzise vorgibt. Ska
und Reggae, durchtränkt mit einem Hauch Melancholie, heissen die Haltestationen,
an denen man sich festhalten kann. Und das ganze verziert mit
der Überschrift "cool".
So cool wie das Eis im Whiskeyglas, das als stilechtes Getränk zum Hörgenuß dieses
Albums gehört. Es folgen natürlich auch die gewohnten Punkskasongs,
die man den Mad Caddies am ehesten zurechnen würde. Aber es scheint,
dass das Herz doch an den musikalisch ausgereifteren Ausdrucksformen
hängen
geblieben ist. Keine Frage, man will zeigen, dass man spielen
und singen kann. Und das ist ja auch gut so. Denn so entsteht
das sonnigste, tanzbarste Album, dass
ich dieses Jahr bisher gehört habe.
Fast ist man geneigt, "Just One More" bei WDR2 einzureichen, um
es dort auf HeavyRotation zu schicken. Wenn man es nicht genau weiss und
die Texte aussen vor lässt, dann könnten sich vielleicht sogar ältere
Semester für die Mad Caddies begeistern. Irre. Plötzlich hat man
den Eindruck der coole Bruder von UB40 betritt den Raum und nimmt die Instrumente
in die Hand. Dazu dann dieser wahnsinnige und dekadente Flow, den die Caddies
verbreiten. Dekadent ist das richtige Wort. Denn so richtig übersättigt
kommt auch die Produktion daher (Ryan Greene hat die Regler gedreht).
Das Endergebnis fällt dann überraschenderweise gar nicht so euphorisch
aus. Das liegt daran, dass das Album nicht über die volle Distanz seine
Zauber entfalten kann. Zuviel Skills sind halt manchmal auch nicht gut, irgendwann
muss es einfach wieder punken. Trotzdem: Meine Barbeques in 2003 fangen alle
mit den Mad Caddies an, soviel Stil hat keiner.
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