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Le Charmant Rouge: "Post
No Bill" |
Label: Karate Joe/Broken
Silence |
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Postrock entwickelt sich langsam aber sicher zu meinem neuen
Dauerbegleiter. Der hilflose, vornehmlich unter deutschen Musikkritikern
sehr verbreitete Versuch, mal wieder eine Schublade zu bilden, in der man
getrost alles auch nur im Entferntesten artverwandte ablegen kann hat mal
wieder einen neuen Namen gefunden. Dabei haben die Artgenossen, wie etwa
Mogwai, Contriva oder Ostinato meist gar nicht so viel miteinander gemeinsam,
außer vielleicht, dass sie oftmals instrumental sind, Spaß am
Jammen mitbringen, was sich meist auch in der repetetiven Songstruktur niederschlägt
und ein Gefühl für Spannungsbögen haben. Auch Le Charmant
Rouge passen da nicht so recht in ein Raster. Der Opener „Dirty minutes
and seconds of joy“ geht ziemlich nach vorne los und ist in seiner
sonnigen Stimmung wohl am ehesten mit Contriva vergleichbar. Die anderen
Tracks lassen es da schon deutlich entspannter angehen. Stellenweise wird’s
experimentell, ausufernd und elektronisch. Die Single „Rosi Labouche“ die
es auch auf den letzten Spex-Sampler geschafft hatte, schlägt da in
fast gänzlich synthetischem Kreidler-Sound und mit einem männlich/weiblichen
Gesangsduett dermaßen aus der Art, dass man eigentlich meinen würde,
sie wäre ein Fremdkörper auf „Post no bill“. Aber aufgrund
der stilistischen Reichhaltigkeit der Platte fügt sie sich wunderbar
ins Gesamtbild. Das Angenehmste an den acht Tracks ist daneben aber sicherlich
die große Anzahl verschiedener Sounds und Instrumente. Da sind englische
Sprachfetzen zu hören, eine Trompete schaut vorbei und gibt den Streichern
die Hand und in der Ferne singt eine Säge ihr klagendes Lied. Wunderschön,
experimentierfreudig und viel zu sperrig für die Schublade.
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