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Good Riddance: "Bound
by Ties Of Blood And Affection" |
Label: Fat Wreck |  |
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Good Riddance sollte dem punkrock-interessierten Musikfan schonmal
untergekommen sein. Sei es als Schriftzug auf einem T-Shirt,
auf einem der Fat Wreck Labelcompilations, auf einer Bühne irgendwo
in Europa oder in letzter Zeit besonder durch die politischen
Kolumnen von Sänger Russ
Rankin. Denn wenn man Good Riddance eines nicht vorwerfen kann,
dann ist es das Vermischen von catchy Punk Tunes mit belanglosen
Partytexten. Der
zwischen traditionellem Cali-PR und Hardcore angesiedelte Musikstil
von GR ist zwar catchy wie Sau, aber belanglos sind die Texte
ganz bestimmt nicht.
Das war aber eigentlich schon immer so. Politische Aussage und
aggressive Songs sind seit Bandgründung miteinander verwebt und geben
Good Riddance ihren eigenständigen Charakter.
Und so ist es auch wieder bei "Bound By Ties ...", das unter dem
Eindruck der Ereignisse vom 9/11, der gestohlenen Wahl in Amerika und des
Kriegs gegen den Terrorismus entstanden ist. Sei es als Sample am Anfang
von einzelnen Tracks, durch die Texte oder durch das Layout des Booklets,
die Band macht ihre Abneigung gegen die amerikanische Regierung zum Programm,
ohne dabei in Stereotypen zu versanden. Was mir nämlich schon bei früheren
Veröffentlichungen gut gefallen hat, wird beibehalten. Gemeint ist die
Fähigkeit von Russ, sozialkritische Themen größtenteils anspruchsvoll
und in angenehm dunklen Bildern auszumalen. Also genau das Gegenteil von
dem, was Fat Mike auf der kürzlich erschienen LP "The War On Errorism" praktiziert.
NOFX sagt "The Idiots Are Taking Over", Good Riddance findet "There's
No 'I' in Team". Beide haben recht und finden auf ihre spezielle Weise
die richtigen Worte.
Über die aktuelle Thematik hinaus hat das Album noch einiges mehr
zu bieten. Good Riddance scheinen mir an manchen Stellen etwas
Power rausgenommen zu haben. In ein oder zwei Liedern hat man
das Gefühl,
dass einem die aktuellen Bad Religion aus den Boxen entgegenschallen
(besonders bei "The
Process"), ohne dabei so poppig-poppelig zu wirken. Die Adresse ist
ja gar nicht mal schlecht und die rockigeren Stücke lockern das Album
angenehm auf. Wer will schon dauernd "Knüppel aus dem Sack" hören?
Alles in allem also eine leckere Veröffentlichung, die auch über
die aktuellen Anlässe hinaus ihre Bedeutung behalten wird.
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