Against Me sind auf jeden Fall anders. Und mutig. Und ganz weit
weg vom üblichen Fat Wreck Kontext. Was ja auf jeden Fall mal erfrischend
ist. Die ersten paar Takte der Songs sind noch im üblichen Raster von
1-2-3-Go angesiedelt. Doch dann setzt die Stimme ein, die man irgendwo bei
Mick Jagger verorten könnte. Und damit kippt auch das punkige Element
der Band. Plötzlich spielen Against Me eine ganz krude Mischung Rockmusik,
die irgendwie wie eine Mischung aus RockNRoll und Folk klingt. Strange. Mir
fällt spontan mal gar keine Gelegenheit ein, bei der die Band mich mit
ihrer Musik erfreuen könnte. Vielleicht abends einsam auf dem Balkon
der Rinderanch in Texas. Obwohl Against Me ja von wo ganz anders in Amerika
her kommen.
Was weiterhin etwas verwirrt: Die Songideen gäben bestimmt noch ganz
viel her für ausgereifte Powersongs. Trotzdem bleibt man bei ziemlich
zurückgenommener Instrumentierung hängen. Manchmal hat man das
Gefühl, hier wird eine Unplugged Session geliefert. Eigentlich schade.
Insgesamt verbuche ich Against Me unter eigensinnig (was gut
ist), aber zu sperrig. Vielleicht ist die Band auch nur schon
viel weiter als ich.