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Alkaline Trio "Good Mourning" Label: Vagrant
CD Cover Ostern ist zwar schon etwas her, aber Alkaline Trio machen locker weiter mit dem Goldene Eier suchen. Denn auf "Good Mourning" gibt es alles, aber bestimmt keine einfach leicht versteckten und offensichtlichen Popsongs. Hier muss man schon die Augen und Ohren offen halten, denn sonst entgeht einem die vielschichtigste Rockplatte des Jahres.
Aber von Anfang an: Der Vorgänger "From Here To Infirmary" bot bereits schwere, breit-groovende Gitarrenseiten mit Matt Skibas unverkennbaren Gesang, der sich mal herzerweichend vor sich her quälte und meistens rockig nach vorne ging. Das Ganze war hauptsächlich im flotteren Punkrhythmus anzutreffen und verband sich, um auf den Punkt zu kommen, zu einer der intensivsten Punkplatten 2001 (ich hasse den Begriff EMO). Der Nachteil war nur, dass man dieses Wunderwerk der Musik nicht auf den ersten Blick enttarnen konnte, bis auf die offensichtlichen Augenöffner "Private Eye" und "Stupid Kid" musste man sich schon gehörig einhören.
Und genauso ist die Lage auch bei "Good Mourning". Bis auf den Opener "This Could Be Love" muss man die CD schon ein paar Mal hören, um Zugang zu einzelnen Songs zu finden. Und was bei jedem Durchgang verwundert: Es sind immer wieder andere Stücke, die einem plötzlich am wichtigsten erscheinen. Und das geht so lange, bis das Album komplett vor einem liegt und in seinen verschiedenen Facetten glitzert. Das soll nicht heissen, dass man über "Good Mourning" promovieren kann oder müsste, um Spaß mit der Band zu bekommen. "We've Had Enough" oder "Fatally Yours" funktionieren als PowerPopSongs ganz vortrefflich, aber wenn man etwas tiefer schürft, dann bietet das Trio nunmal noch ein bisschen mehr Tiefe, und dazu sollte man sich wirklich die Zeit nehmen. Denn dann bekommen auch die Geschichten, die die Band in ihren Texten erzählt, den passenden Anstrich. Mal duster, mal melancholisch-optimistisch und immer vielschichtig. Eigentlich ein Album für den Herbst, so wie es auch schon "From Here To ..." war, aber man muss halt nur die hellen Ecken für sich entdecken und auf den da und dort eingestreuten Humor achten.
meyer@punch-fanzine.de
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Externe Links:
Alkaline Trio Website:
www.alkalinetrio.com
Interne Links:
CD Review:
Alkaline Trio: "Crimson"
Interview:
Alkaline Trio: 28.04.2003